Fokker Grulich F II  s Fokker-Grulich F III, Verkehrsflugzeug (Vitrine 07)

Gleich am Ende des Weltkrieges, noch bei Fokker in Schwerin vor dem „Umzug“ nach Holland, entwarf der Konstrukteur Reinhold Platz aus dem Tragwerk der Fokker D VII durch Vergrößerung und einen größeren Rumpf das Verkehrsflugzeug V. 44 (später F. I genannt). Es konnte 6 Personen transportieren.

Eine geschlossenen Kabine gab es noch nicht, der Flugzeugführer saß oben hinter dem Motor im Freien. Daraus wurde dann die Fokker F. II entwickelt, die eine geschlossene Kabine hatte. 1920 wurde sie in die Niederlande gebracht und dort in Serie gebaut. Sie flogen in Holland, Dänemark, Belgien und Deutschland. Die Motoren kamen von BMW und Armstrong-Siddeley und sogar von Rollce-Royce.

1925/26 entstand daraus in Berlin Staaken (im vormaligen Zeppelin Werk, jetzt zum Aero-Lloyd gehörend) unter der Leitung des Ingenieurs Karl Grulich Die Fokker-Grulich F. III. Die Tragflächen stellte

Fokker Grulich F III  v

 als Zulieferer die Firma Albatros her. Es kamen BMW IV oder BMW Va zum Einbau. Es flog damit auch die frisch gegründete LUFT HANSA und die deutsch-russische Fluggesellschaft DERULUFT.

Technische Daten:

Spannweite 17,60 m, Länge 10,55 m, Höhe 3,66 m, Flügelfläche 42,00 m². Leermasse   1650 kg, Startmasse 2300 kg. Triebwerk  1 x BMW IV mit 184 kW/250 PS oder 1 x Siddeley Puma mit                   177 kW/240 PS. Die DERULUFT-Maschinen  (Moskau-Königsberg i. Pr. Und retour) hatten Rollce-Roiyce Eagle Motoren mit 265 kW/360 PS.

Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, v/Reise  135 km/h, v/Lande 90 km/h, Reichweite 600 km (BMW Va).

 

Edmund Schneider Grunau (ESG) Baby 2b (Vitrine 21)

In Grunau fertigte Edmund Schneider Segelflugzeuge. Er baute z.B. für Wolf Hirth die Grunau 7, das Moazagotl, ein damaliger Hochleistungssegler mit einer Gleitzahl von 1:23 und der der sich dann verbreitenden Schneider Grunau Baby II B 2  s Form des Möwen-Knickflügels.

Hirth hielt sich häufig in Grunau auf und leitete die dortige Flugschule (eine , aber immer auch noch auf der Wasserkuppe. Das ist deswegen wichtig, weil Hirth diese Gegend für den Segelflug mit erschloss, so dass Grunau weltberühmt wurde und die Polen nach 1945 sehr pfleglich damit umgingen. Die Schneiderschen Werkstätten sind als Museum erhalten, der Platz ist aktiv und diente mehrfach Baby-Treffen.

ESG baute auch den berühmten „Schädelspalter“, die Grunau 9, einem Vorgänger des SG 38, der auch von Schneider und Co. stammte, Eine weitere Baureihe waren die ESG 31 Übungseinsitzer., aus denen das Baby 1 entwickelt wurde. Das wies bereits gute Flugeigenschaften auf, wurde aber noch weiter verbessert.

Das wurde dann das Baby 1 , zunächst ganz offen,. Aus – wie wir heute sagen würden – Marketing-Gründen bat Schneider Hirth, ihn als Mitkonstrukteur nennen zu dürfen, was der bereitwillig gestattete, obwohl er keinerlei Anteil daran hatte, Dafür entwickelte er dann später mit seinem Freund Martin Schempp in Göppingen die Gö 1 Wolf als direkte Konkurrenz zum Baby, was dem Erfolg des Baby´s aber keinerlei Schaden zufügte,

Schneider Grunau Baby II B 2  v Dieser Erfolg des Baby 2A übertraf alle Erwartungen: Es erschien zur rechten Zeit und war preiswert, einfach zu fliegen – und die Bedingungen für das Leistungsabzeichen Silber-C waren damit zu erbringen. Es kamen Rekorde und Wettbewerbssiege. Man baute es später dann mit offener, aber auch geschlossener Haube. 1933 baute Schneider jeden 3. Tag ein Baby. 33 Flugzeuge flogen 1933 bei dem Rhön-Wettbewerb schon mit.

Das hier beschriebene Baby 2 B bekam abermals Modifikationen- es wurden Sturzflugbremsen (Ober- und Unterseite gleichzeitig ausgefahren nach Schempp-Hirth)) eingebaut. Damit konnte absichtlich eine sehr wirksame Gleitwinkelsteuerung betrieben werden.

 

Der Großerfolg kam durch den massenhaften Einsatz in den Segelflugschulen des Luftsportverbandes, des späteren NSFK/Flieger-HJ zustande, aber auch durch Lizenzen im Ausland /Slingsby und EoN/UK), Nord (F) oder Zlin/CS zustande.

Man schätzt, das gute 5 Tausend Flugzeuge so produziert wurden.

Nach der Widerzulassung des Segelfluges in Westdeutschland ab 1951 erlebte auch das Baby eine Wiedergeburt durch industriellen -  und Eigenbau, in Ostdeutschland wurde es  von der GST (quasi- NSFK der DDR geflogen und in einem VEB in Serie gebaut). 

Heute werden sie als Oldtimer gepflegt und geflogen, sogar in Grunau und kürzlich sogar in Rossitten, im russischen Teil des alten Ostpreußens. Wir haben eine österreichische Variante bei uns im Original im Museum.

Technische Daten:

Spannweite  13,57 m, Länge  6,09 m, Höhe 1,35 m, Flügelfläche 13,57 m², Profil Göttingen Gö 535,

Leermasse 170 kg, Abflugmasse 250 kg.

Besatzung 1,  Höchstgeschwindigkeit 150 km/h, Schleppgeschwindigkeit 90 km/h (Flugzeug), 80 km/h (Winde)Gleitwinkel 1:17, geringstes Sinken 0,85 m/s

Heinkel He 42 (HD 42 bis 1934

heinkel he42 11929/30 entstand bei Heinkel als Nachfolgemuster des Seeflugzeuges HD 24 (z.B. mit Günter Plüschow in Argentinien) der Seeflugdoppeldecker Heinkel HD 42.

Hier muss kurz auf das Heinkelsche Bezeichnungssystem eingegangen werden: Die Eindecker bei Heinkel hießen HE - für Heinkel Eindecker, die Doppeldecker wurden HD - für Heinkel Doppeldecker - genannt, Das änderte sich mit der NS-Zeitenwende: Das neu geschaffene Reichluftfahrtministerium (RLM) ordnete eine völlig neue Nomenklatur an: Alle deutschen Flugzeugfirmen erhielte Ziffern aus einem Block, nur sie durften man benutzen . Heinkel bekam das Kürzel He. So wurde aus der HD 42 die He 42.

Dieses Flugzeug war speziell auf die Seefliegerausbildung zugeschnitten. Der erste Prototyp, HD 42a, flog 1930. Es gab reichlich Änderungen, weil die Flugeigenschaften massiv schlechter waren als bei ihrem Vorgänger HD 24: Der Rumpf musste verlängert und die V-Stellung der Tragflächen geändert werden.

 Die DVS war zunächst als Halter eingetragen. Es folgten Die neuen Ausführungen HD 42 c und D, die sich durch verbesserte Katapultfähigkeiten auszeichneten. 1933/34 wurde noch die HD 42 E gebaut mit einem stärkeren Junkers Motor. Der Typ wurde dann bald durch die modernere und sehr gute Heinkel He 60 abgelöst. Doch noch 1944 waren an den Flugschulen vereinzelte Exemplare He 42 anzutreffen.

Technische Daten:

Spannweite oben 14 m, unten 13 m. Länge 10,70 m, Höhe 4,30 m. Schwimmerspur 3,20 m. Gesamttragflächen 56 m²m Trockenmasse 1790 kg, Abflugmasse 2285 kg,heinkel he42 2

Triebwerk  1 x BMW Va, 6 Zyl-flüssigkeitsgekühlter stehender Reihenmotor mit 280 kW/380 PS oder Junkers Jumo L5 gleicher Bauausführung mit220 kW/300 PS.

Besatzung 2. Höchstgeschwindigkeit (BMW) 190 km/h bzw, 182 km/h (Jumo), v/Reise  um 160 km/h. Reichweite um 1050 km

Ausgestellt in der Vitrine 06.

Macchi MC-72 (Vitrine 07)

macchi mc 72 01Seit der Zeit noch vor dem ersten Weltkrieges gab es den Schneider Pokal, ein Wettbewerb für den Schnellflug von Wasserflugzeugen (für Landflugzeuge wurden es die Gordon-Bennet Wettbewerbe).

Nach dem Weltkrieg war Deutschland davon ausgeschlossen, Versailles verhinderte das. Wasser-flugzeuge deshalb, weil die immer schwerer werdenden Flugzeuge immer längere Startläufe benötigten, die gab es kostenlos auf dem Wasser.

Im Lauf der Jahre wurden die Maschinen schwerer, stärker motorisiert und von Doppel- zu Eindeckern - wegen der Widerstandsminderung. Nachdem die Briten bereits mehrfach den Pokal gewonnen hatten, entwickelte die italienische Firma Macchi – gepuscht durch das faschistische Regime des Benito Mussolini, aus ihren bisher nicht so erfolgreichen Rennflugzeugen die MC 72 das C hinter dem M steht für den Konstrukteur Mario Castoldi). Sie erhielt zahlreiche technische Neuerungen: Zwei 12-Zylinder-stehende Reihenmotoren in V-Form von FIAT, die tandemförmig im Bug eingebaut waren und gegenläufige Luftschrauben antrieben. Die Motoren wurden mittels einer großflächigen Verdampfungskühlung im Rumpf und in den Schwimmern gekühlt. Das Flugzeug war allerdings immer noch verstrebt.

Allerdings konnte die MC 72 am Schneider Pokal-Wettbewerb nicht teilnehmen, wegen technischer Probleme, der wurde dann von der britischen Supermarine S-6b gewonnen.macchi mc 72 02

 

Macchi bereitete jetzt die Maschine darauf vor, den Geschwindigkeits-Weltrekord zu brechen. Und am 10.April 1933 war es dann soweit: Francesco Agello flog mit 682,08 km/h den neuen Weltrekord. Ein anderer Pilot flog im Oktober eine geschlossene Strecke über 100 km mit 628 km/h. Und Agello schraubte den Weltrekord am 23.10.1933 schließlich noch auf 709,209 klm/h, wo er dann bis 1938 blieb, bis ein Landflugzeug, die Heinkel He 100, ihn brach.

Technische Daten:

Spannweite 9,48 m, Länge  8,23 m,  Höhe  3,29 m. Leermasse 2500 kg, Startmasse 2007 kg,

Triebwerk:  2 x FIAT A.S.6, flüssigkeitsgekühlte stehende V-12 Motoren in Tandemanordnung zu je

1030 kW/1400 PS, in Summa 2800 PS, Kraftübertragung auf 2 gegenläufige (feste) Metallpropeller.

Besatzung 1 (offenes Cockpit)

Leistung: 702, 209 km/h

HenschelHs123A 0Die Firma Henschel, LKW- und Lokomotivenbau in Kassel, gründeten 1933 in Erwartung größerer Aufträge durch die sich abzeichnenden Luftrüstung eine Flugzeugbauabteilung in Berlin Schönefeld. Die Wirkungsstätten existieren heute noch auf dem Verkehrsflughafen Schönefeld der ehemaligen  DDR und beherbergen heute Verwaltungen und verschiedene LTBs.

Nach einigen Kleinflugzeug-Übungen kam es ab 1933 zur Konstruktion eines Sturzkampf- und Tiefangriffs-Flugzeuges, das als offen geflogenen 1 1/2 Decker ausgelegt wurde. Angetrieben werden sollte das Flugzeug von einem luftgekühlten 9-Zyl. BMW 132Dc Flugmotor mit 

HenschelHs123A 0

                                    648 kW/880 PS.

Die Idee dahinter war, mit Hilfe der Sturzkampftaktik Bomben präzise ins Ziel zu bringen, um so mit minimalem Aufwand einen maximalen Treffererfolg zu erzielen, also das Gegenteil eines Flächenbombardements.

Ernst Udet, späterer Chef des Technischen Amtes des RLM und berühmter WK I-Jäger und Kunstflugpilot, hatte bei seinen mehrfachen Aufenthalten in den USA das bei der US-Marine gesehen, nahm (auf Reichskosten) 2 entsprechende Curtiss-Hawk-Doppeldecker mit nach Deutschland und zeigte das Verfahren auf Flugtagen.

Der Serienbau begann 1936, mehrere Maschinen wurden bei der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg erprobt. Im Herbst 1936 wurden erste Luftwaffenverbände damit ausgerüstet. Obwohl zu Beginn des Krieges veraltet, leistet dieser Typ im Kriege und besonders im Russlandfeldzug noch große Dienste. Keines solcher Flugzeuge ist erhalten geblieben.

Technische Daten:HenschelHs123A 0

Spannweite (oben) 10,50 m (unten) 8,00 m, Länge 8,33 m, Höhe 3,20 m,  Flügelfläche 24,85 m².
Leergewicht 1500 kg, Startgewicht 2215 kg
Höchstgeschwindigkeit 340 km/h, Marschgeschwindigkeit 315 km/h in 2000 m, Dienstgipfelhöhe 9000 m, Reichweite 855 km. Triebwerk: 1 x BMW 132 s.o.)

KontaktzumMuseum3

Suchen