Macchi MC-72 (Vitrine 07)

macchi mc 72 01Seit der Zeit noch vor dem ersten Weltkrieges gab es den Schneider Pokal, ein Wettbewerb für den Schnellflug von Wasserflugzeugen (für Landflugzeuge wurden es die Gordon-Bennet Wettbewerbe).

Nach dem Weltkrieg war Deutschland davon ausgeschlossen, Versailles verhinderte das. Wasser-flugzeuge deshalb, weil die immer schwerer werdenden Flugzeuge immer längere Startläufe benötigten, die gab es kostenlos auf dem Wasser.

Im Lauf der Jahre wurden die Maschinen schwerer, stärker motorisiert und von Doppel- zu Eindeckern - wegen der Widerstandsminderung. Nachdem die Briten bereits mehrfach den Pokal gewonnen hatten, entwickelte die italienische Firma Macchi – gepuscht durch das faschistische Regime des Benito Mussolini, aus ihren bisher nicht so erfolgreichen Rennflugzeugen die MC 72 das C hinter dem M steht für den Konstrukteur Mario Castoldi). Sie erhielt zahlreiche technische Neuerungen: Zwei 12-Zylinder-stehende Reihenmotoren in V-Form von FIAT, die tandemförmig im Bug eingebaut waren und gegenläufige Luftschrauben antrieben. Die Motoren wurden mittels einer großflächigen Verdampfungskühlung im Rumpf und in den Schwimmern gekühlt. Das Flugzeug war allerdings immer noch verstrebt.

Allerdings konnte die MC 72 am Schneider Pokal-Wettbewerb nicht teilnehmen, wegen technischer Probleme, der wurde dann von der britischen Supermarine S-6b gewonnen.macchi mc 72 02

 

Macchi bereitete jetzt die Maschine darauf vor, den Geschwindigkeits-Weltrekord zu brechen. Und am 10.April 1933 war es dann soweit: Francesco Agello flog mit 682,08 km/h den neuen Weltrekord. Ein anderer Pilot flog im Oktober eine geschlossene Strecke über 100 km mit 628 km/h. Und Agello schraubte den Weltrekord am 23.10.1933 schließlich noch auf 709,209 klm/h, wo er dann bis 1938 blieb, bis ein Landflugzeug, die Heinkel He 100, ihn brach.

Technische Daten:

Spannweite 9,48 m, Länge  8,23 m,  Höhe  3,29 m. Leermasse 2500 kg, Startmasse 2007 kg,

Triebwerk:  2 x FIAT A.S.6, flüssigkeitsgekühlte stehende V-12 Motoren in Tandemanordnung zu je

1030 kW/1400 PS, in Summa 2800 PS, Kraftübertragung auf 2 gegenläufige (feste) Metallpropeller.

Besatzung 1 (offenes Cockpit)

Leistung: 702,m209 km/h

Heinkel He 42 (HD 42 bis 1934

heinkel he42 11929/30 entstand bei Heinkel als Nachfolgemuster des Seeflugzeuges HD 24 (z.B. mit Günter Plüschow in Argentinien) der Seeflugdoppeldecker Heinkel HD 42.

Hier muss kurz auf das Heinkelsche Bezeichnungssystem eingegangen werden: Die Eindecker bei Heinkel hießen HE - für Heinkel Eindecker, die Doppeldecker wurden HD - für Heinkel Doppeldecker - genannt, Das änderte sich mit der NS-Zeitenwende: Das neu geschaffene Reichluftfahrtministerium (RLM) ordnete eine völlig neue Nomenklatur an: Alle deutschen Flugzeugfirmen erhielte Ziffern aus einem Block, nur sie durften man benutzen . Heinkel bekam das Kürzel He. So wurde aus der HD 42 die He 42.

Dieses Flugzeug war speziell auf die Seefliegerausbildung zugeschnitten. Der erste Prototyp, HD 42a, flog 1930. Es gab reichlich Änderungen, weil die Flugeigenschaften massiv schlechter waren als bei ihrem Vorgänger HD 24: Der Rumpf musste verlängert und die V-Stellung der Tragflächen geändert werden.

 Die DVS war zunächst als Halter eingetragen. Es folgten Die neuen Ausführungen HD 42 c und D, die sich durch verbesserte Katapultfähigkeiten auszeichneten. 1933/34 wurde noch die HD 42 E gebaut mit einem stärkeren Junkers Motor. Der Typ wurde dann bald durch die modernere und sehr gute Heinkel He 60 abgelöst. Doch noch 1944 waren an den Flugschulen vereinzelte Exemplare He 42 anzutreffen.

Technische Daten:

Spannweite oben 14 m, unten 13 m. Länge 10,70 m, Höhe 4,30 m. Schwimmerspur 3,20 m. Gesamttragflächen 56 m²m Trockenmasse 1790 kg, Abflugmasse 2285 kg,heinkel he42 2

Triebwerk  1 x BMW Va, 6 Zyl-flüssigkeitsgekühlter stehender Reihenmotor mit 280 kW/380 PS oder Junkers Jumo L5 gleicher Bauausführung mit220 kW/300 PS.

Besatzung 2. Höchstgeschwindigkeit (BMW) 190 km/h bzw, 182 km/h (Jumo), v/Reise  um 160 km/h. Reichweite um 1050 km

Ausgestellt in der Vitrine 06.

Focke WulfFw200KA 1 Condor vFocke-Wulf Fw 200 Condor  in Dänemark

1938 kaufte die dänische Fluggesellschaft DDL (Det Danske Luftfartselkab) zwei Fw 200 A als erste ausländische Gesellschaft, gefolgt von der brasilanischen „Syndicato Condor“ mit ebenfalls 2 Maschinen.

Wir erinnern uns: Bereits 1934 flogen neben der Boeing 247 (12 Passagiere) mit den Douglas DC-2 (14 Passagiere) bereits 2 zweimotorige Glattblech-Airliner mit Einziehfahrwerk und Verstell-propellern im US.Linienverkehr, die der dreimotorigen  deutschen Ju 52  mit Wellblechhaut und festem Fahrwerk  bereits in allen  Leistungen deutlich überlegen waren.

Als nun die Kunde von der bald einsetzbaren DC-3, einer deutlich größeren Weiterentwicklung der DC-2 mit jetzt 24 Passagieren, nach Deutschland gelangte, musste die Lufthansa reagieren, um Vergleichbares zu besorgen.

Anfang 1936 kamen erste Kontakte mit Leuten der DLH und der Firma Focke-Wulf (Kurt Tank) zustande, bei denen Tank ein 4-mot. Passagierflugzeug mit vergleichbaren Leistungen und für 28 Passagiere vorschlug, das auch weite Strecken zurücklegen konnte. Es sollte auch noch sparsamer werden als die inzwischen allgegenwärtige Ju 52.

Nach einem Jahr war die Maschine fertig und flog mit 4 x BMW luftgekühlten Hornets 9-Zyl Sternmotoren (wie die Ju 52) in Lizenz von Pratt & Whitney – aber metrisch). Die Maschine war gelungen und flog Rekorde und dann sogar Nonstop von Berlin nach New York über den Atlantik und bewies damit, dass man mit Landflugzeugen Ozeane überwinden konnte.

Die Dänen waren zufrieden und flogen damit regelmäßig im Linienverkehr durch Europa.

Kennungen: OY – DEM (ex  D – ADHR  Saarland)  Jutlandia und OY – DAM Dania (Neubau). Dann kam der Krieg, und die zivile Zeit der Condor neigte sich fast dem Ende zu. Die Dänen als Neutrale flogen weiter. Als Dänemark 1940 vom Reich besetzt wurde, beschlagnahmten die Briten die OY – DAM „DANIA“ in GB und ließen sie als „Beute“ bei der BOAC weiterfliegen. Sie wurde nach einem Landeunfall 1942 verschrottet.

Nach dem Kriege entschädigten die Briten  die DDL mit einer erbeuteten deutschen Condor, der ex                   D – ASVX Thüringen , die aber von Kopenhagen aus nie mehr eingesetzt wurdeSogar noch eine weitere sollten die Dänen 1946 bekommen, die Fw 200 C-U/U1 aus Farnborough, aber deren Zustand erwies sich als so mitgenommen, dass man den Flug über die Nordsee nicht antrat.

Die verbliebene  OY – DEM  JUTLANDIA flog bis 1945 unter dänischer Regie durch Mitteleuropa von Kopenhagen  nach Wien, Berlin Malmö und München. Zunächst trug sie den Anstrich des Modells, dann die Zusatzaufschrift DANMARK und wurde dann oranger-rot (s. Abb.)Focke WulfFw200KA 1 Condor s

Technische Daten Fw 200 A:

Viermotoriges Verkehrsflugzeug für 28 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder
Spannweite 32,84 m, Länge 23,85 m. Höhe 6,00 m, Flügelfläche 118 m²
Rüstgewicht 9200 kg, Startgewicht 14000 kg,
Reisegeschwindigkeit 355 km/h in 1000 m, Höchstgeschwindigkeit 375 km/h
Flugdauer 4 h, Reichweite 1250 km, Dienstgipfelhöhe 6100 m
Triebwerke: 4 x BMW 132 G mit 537 kW/ 720 PS luftgekühlte 9-Zyl Sternmotoren (Weiterentwicklungen des P & W Hornet)

HenschelHs123A 0Die Firma Henschel, LKW- und Lokomotivenbau in Kassel, gründeten 1933 in Erwartung größerer Aufträge durch die sich abzeichnenden Luftrüstung eine Flugzeugbauabteilung in Berlin Schönefeld. Die Wirkungsstätten existieren heute noch auf dem Verkehrsflughafen Schönefeld der ehemaligen  DDR und beherbergen heute Verwaltungen und verschiedene LTBs.

Nach einigen Kleinflugzeug-Übungen kam es ab 1933 zur Konstruktion eines Sturzkampf- und Tiefangriffs-Flugzeuges, das als offen geflogenen 1 1/2 Decker ausgelegt wurde. Angetrieben werden sollte das Flugzeug von einem luftgekühlten 9-Zyl. BMW 132Dc Flugmotor mit 

HenschelHs123A 0

                                    648 kW/880 PS.

Die Idee dahinter war, mit Hilfe der Sturzkampftaktik Bomben präzise ins Ziel zu bringen, um so mit minimalem Aufwand einen maximalen Treffererfolg zu erzielen, also das Gegenteil eines Flächenbombardements.

Ernst Udet, späterer Chef des Technischen Amtes des RLM und berühmter WK I-Jäger und Kunstflugpilot, hatte bei seinen mehrfachen Aufenthalten in den USA das bei der US-Marine gesehen, nahm (auf Reichskosten) 2 entsprechende Curtiss-Hawk-Doppeldecker mit nach Deutschland und zeigte das Verfahren auf Flugtagen.

Der Serienbau begann 1936, mehrere Maschinen wurden bei der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg erprobt. Im Herbst 1936 wurden erste Luftwaffenverbände damit ausgerüstet. Obwohl zu Beginn des Krieges veraltet, leistet dieser Typ im Kriege und besonders im Russlandfeldzug noch große Dienste. Keines solcher Flugzeuge ist erhalten geblieben.

Technische Daten:HenschelHs123A 0

Spannweite (oben) 10,50 m (unten) 8,00 m, Länge 8,33 m, Höhe 3,20 m,  Flügelfläche 24,85 m².
Leergewicht 1500 kg, Startgewicht 2215 kg
Höchstgeschwindigkeit 340 km/h, Marschgeschwindigkeit 315 km/h in 2000 m, Dienstgipfelhöhe 9000 m, Reichweite 855 km. Triebwerk: 1 x BMW 132 s.o.)

BristolM1c1916 machte man sich auch im UK Gedanken, wie man der „Fokkerplage“ mit den Fokker E-Jägern der preußischen Luftstreitkräfte durch ein neues, wendiges Einsitzer-Jagdflugzeug fertig werden wollte. Wir erinnern uns, dass 1915/16 wenige Fokker Einsitzer es für eine lange Zeit schafften, kein alliiertes Flugzeug über die deutschen Linien zu lassen. Das lag nicht nur an den Maschinen, die mit dem MGs durch den Propellerkreis schossen, sondern auch an den Pionieren Boelcke, Immelmann und v. a., die neue Taktiken erfanden und umsetzten.

Der Konstrukteur Barnwell der britischen Firma Bristol  baute (Vorbild ebenfalls offensichtlich die ähnlichen französischen Moranes!) einen Eindecker mit Spannturm und entsprechender Verspannung, angetrieben von einem luftgekühlten Umlauf-Sternmotor der Firma Clerget  von zunächst 110 - , später 130 PS. Der Motor war mit einer ringförmigen Ummantlung umgeben, ein Spinner (Propellerhaube) war auf der Propellernabe angebracht. Am rechten oberen Holm der Tragfläche war ein 7,7 mm Vickers MG eingebaut.

Bereits 1916 waren die ersten beiden Maschinen fertig und wurden erprobt. Dabei fand man eine als zu hoch angesehene Landegeschwindigkeit von 79 km/h (!!!), so dass man auf einen Einsatz auf Frankreichs Feldflugplätzen verzichtete.

Neben den beiden Prototypen sollen 125 Maschinen gebaut worden sein, von denen sieben 1917 nach Chile exportiert wurden. Die Übrigen dienten bei verschiedenen Ein

BristolM1cS

heiten, über militärische Erfolge ist nichts bekannt geworden.

Eine der ehemaligen Chile-Maschinen flog nach 1920 bei  Luftrennen in Australien.

Technische Daten:

Spannweite 9,37 m, Länge 6,24 m, Höhe 2,37 m, Flügelfläche 13,47 m², Leergewicht 406 kg, max. Startgewicht 611 kg
Triebwerk: 1 x 82 kW / 110 PS Le Rhone 9-Zyl. luftgekühlter Umlauf-Sternmotor
Höchstgeschwindigkeit 209 km/h, Dienstgipfelhöhe 6,1 km, Flugdauer 1:45 h.

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