Messerschmitt Bf 109 E-1, Jagdeinsitzer

bf109 e1

Die Emil , wie die E-Serie genannt wurde, war das eigentliche Ziel der 109-Entwicklung. Messerschmitt wusste seit Ende der 20er Jahre von der Entwicklung einen "1000 PS-Motors" bei Daimler Benz, der in der 2. Hälfte der kommenden 30er Jahre fertig sein würde ( und dieser Entwicklungsmotor ist  nach der DDR-Wende im Ehemaligen DB-Werk in Ludwigsfelde/Berlin wieder aufgetaucht und steht heute perfekt restauriert im MTU-Museum in München-Allach!). Somit stand bei der Entwicklung der 109 das endgültige Triebwerk bereits fest.                                        

Zwischenzeitlich musste man die Junkers-12-Zylinder Jumo 210 Motoren als Vergaser- und später als Einspritztriebwerke mit um die 700 PS einbauen, das waren die Untertypen 109  B bis D, die bei der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg ausgiebig getestet wurden. Diese 109 waren dem sowjetischen Gegnern Polikarpow I-16 Mosca/Rata gerade einmal so eben gewachsen.

Das änderte sich mit den jetzt zusätzlichen etwa 300 PS mehr in der Emil  schlagartig. Der Weg dorthin ging über verschiedene Prototypen, von denen die 109 V13 die bekannteste  ist: ausgerüstet (noch) mit dem Vergasermotor DB 600 mit knapp 1000 PS (in Rennausführung um 1670 PS). Mit der Rennausführung der V13 flog der Pilot Dr.Wurster einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landflugzeuge im November 1937 mit 610,95 km/h (war vorher von Howard Hughes mit seiner H-1 mit 567,115 km/h im September 1935 erreicht worden).

Die erste Serienausführung der Emil  war die E-1 mit einem Einspritzer DB 601 mit 990 PS (der dann in der E-7 und in der 109 F als 601 N 1350 PS lieferte!). Sie wurde ab Januar 1939 in Serie gebaut. Die Ausrüstung der Luftwaffe damit begann im April 1939, so auch bei der Legion Condor in Spanien, die bald diese Maschinen an die (neue) spanische Luftwaffe abgab. Von diesen ist eine durch Zufall gerettet worden und wird durch ihren britischen Besitzer bei Meier Motors in Bremgarten komplett restauriert). Im Herbst 1939 - nach dem Polenfeldzug - war die Umrüstung so gut wie abgeschlossen, die früheren 109 kamen an die Schulen und auch zur Nachtjagd.

Die wichtigsten äußerlich gut unterscheidbaren Veränderungen waren:

  1. Der neue Motorvorbau mit jetzt nur noch dem Ölkühler unterhalb des Triebwerkes. Der Lufteinlauf zum Lader war links seitlich.
  1. Die Einlässe für die Motorkühlung wurden in das hintere Drittel beider Tragflächen unten rumpfnah angebracht mit führten zu dem "Düsenkühler nach Junkers". Dahinter waren nach oben und unten ausfahrbare Klappen zur Regulierung des Kühlluft-Durchflusses. Das ganze bracht einen zusätzlichen Schubgewinn (noch intensiver nutzten die Spitfire und die NA-P-51 D Mustang diesen dort so genannten Meredith effect).
  1. Ein neuer 3-Blatt VDM-Verstellpropeller setzte die höhere Motorleistung in Schub effektiver um.

All diese Maßnahmen ergaben einen veritablen Leistungsgewinn. Während die Dora mit 700 PS Jumo 210 etwa 450 km/h brachte, flog die Emil gute 100 km/h schneller.

Zusätzlich kamen neue Ausrüstungsgegenstände wie Funkgeräte und Reflexvisiere zum Einbau. Die Bewaffnung war noch mit der Dora gleich: 2 x MG 17 (7,92 mm) über dem Motor und 2 x MG 17 in den Tragflächen (diese wurden erste in der E-3 durch 20 mm MG FF ersetzt). Das war die Jagdflugzeugausrüstung der Luftwaffe zu Beginn des Krieges bis hin zur Luftschlacht über England.

Gegenüber der Hawker Hurricane waren nur geringe Unterschiede in der Leistung, der Ausgang eines Kampfes hing von den Piloten ab. Bei der Spitfire war es anders: als die Supermarine Spitfire II technisch ähnlich ausgerüstet war wie die Emil, war diese der 109 bis 5000 m Höhe überlegen, insbesondere bei relativ langsamen Manövern, während in größeren Höhen die 109 Vorteile hatte. Der Leistungswettlauf der Luftwaffen nahm Fahrt auf.

Technische Daten:

Länge 8,64 m, Spannweite 9,87 m, Flügelfläche 16,2 m², Höhe 2,60 m, Leermasse 2010 kg, Startmasse 2505 kg, v/max in 5 km 560 km/h, Dienstgipfelhöhe 10500 m,  Reichweite (ohne Luftkämpfe) 800 km, Besatzung 1 Pilot, Triebwerk: 1 x Daimler-Benz DB 601A mit 990  PS/729 kW, hängender 12 Zylinder-flüssigkeitsgekühler V-Motor mit Bosch-Direkteinspritzung und 4 Ventilen/Zylinder.

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