Diorama der Deutschen Lufthansa (DLH) ab 1934 Flugzeugmutterschiffe im Südatlantik, die Ostmark

Am Anfang stand der Gedanke, mit Hilfe von Linienflugzeugen einen Luftpostdienst von Europa nach Südamerika aufzubauen, um die bisherigen Postlaufzeiten z.B. von Berlin nach Buenos Aires 1934 von mindestens 3 Wochen auf wenige Tage zu beschleunigen.

Das damalige Flugzeugmaterial gab einen durchgehenden Flug nicht her, und so entwickelte man ein Konzept, das sich hervorragend bewährte und bis zum Ausbruch des neuen Weltkrieges gut funktionierte:

Die DLH-Junkers Ju 52 Verkehrsflugzeuge schafften die Post über Spanien bis nach Bathurst  in Westafrika, später manchmal auch mit Heinkel He 111 Verkehrsflugzeugen..

Dort wurde die Fracht umgeladen auf Flugboote wie Dornier Wal (bis 1937), danach mit Dornier Do 18 oder noch später auf das Schwimmerflugzeug Blohm & Voss Ha 139. Die sollten die Atlantikroute von Bathurst/Westafrika nach Natal/Brasilien übernehmen.

In Brasilien wurde wieder umgeladen auf Ju 52 dortiger Gesellschaften und dann die Post an die Empfängerstädte verteilt. Je nach Wetterlage kamen die Schiffe in Brasilien auch auf der Flugroute den Flugzeugen etwas entgegen.

Da die Reichweite der Flugzeuge für den langen Flug Westafrika nach Brasilien oder vice versa nicht reichte, ersann man die Idee der Flugzeugmutterschiffe: Ein maximal beladenes Flugboot wurde an Bord gehievt und auf ein (Heinkel-) Katapult gestellt. Mit Hilfe dieses Dampfkatapultes kam das schwere Flugzeug schnell in die Luft und konnte seinen Treibstoff so nicht im Start vergeuden, sondern in Strecke umsetzen. Oft fuhren die Schiffe mit den Flugzeugen dem Zielort einige hundert Kilometer entgegen.

Die Schiffe wiesen noch eine weitere Besonderheit auf: Das sog. Schleppsegel, das am Heck des Schiffes auf dem Wasser ausgelegt wurde, um den Wellengang zu beruhigen, bevor das Flugzeug nach der Landung an Bord gehievt werden konnte. Die Maschine musste auf dieses Schleppsegel „rollen“, sprich schwimmen, dann konnte der Bordkran bei dem ruhig liegenden Flieger seine Arbeit verrichten.

Die ersten Schiffe waren umgebaute Frachter, die ein Katapult und eine Krananlage mit dem Schleppsegel erhielten. Das waren die Schwabenland  und  die  Westfalen . 1936 wurde die neu konzipierte  Ostmark  in Kiel gebaut und bereits ab Ende Mai in Dienst genommen. Gute 300 Flüge wurden von 1936 – 1939 bei Kriegsausbruch organisiert..

Das Schiff verholte ins neutrale Portugiesisch-Guinea für etwa 1 Jahr, sollte dann aber zu Diensten der Deutschen Luftwaffe nach hause kommen. Daraus wurde nichts, weil sie am 24. September 1940 vor der französischen Küste von einem britischen U-Boot II versenkt wurde. Bis auf einen Mann konnte die Besatzung gerettet werden. Das Wrack wurde 2002 von französischen Tauchern entdeckt.

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