Klemm 25 / Klemm 26

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Die Firma Klemm Leichtflugzeugbau in Böblingen entstand aus dem Daimler Flugzeugbau in Sindelfingen, bei der Klemm längere Zeit Chefkonstrukteur gewesen war. Diese Firma war ein klassisches "Kind" des Weltkrieges. Als der Krieg verloren war und die Vertragsbestimmungen von Versailles in Kraft traten, war die - wie bei den meisten deutschen Flugzeugbaufirmen auch - Geschäftsgrundlage verloren. Daimler gab den Flugzeugbau auf und musste dann etwa 1925 mit der Mannheimer Firma Benz fusionieren zur Daimler Benz AG, die dann später wieder hochmoderne Motoren für das Flugwesen lieferten.

Klemm gab nicht auf und sah dann doch Marktchancen für seine Idee von Leichtflugzeugen, die in seiner Daimler L 20 bereits die erste Erfolg erflogen hatte. 1926 hatte er sich selbstständig gemacht und seine erste Konstruktion, die Kl 25 knüpfte direkt

II.

an die Daimler L 20 an. Sie war ebenfalls in selbsttragender Holzbauweise mit Stoffbespannung hergestellt und hatte - wie z.B. die Junkers F 13 aus Blech - keine Verstrebungen mehr, war also freitragend. (bei uns im Museum hängen beide Typen direkt übereinander, so dass diese in etwa zeitgleichen Konstruktionsprinzipien gut sichtbar sind).

 

1927 wurde sie bei Klemm von Robert Lusser entwickelt (der einige Jahre später auch für die Messerschmitt Bf 108 und Bf 109 verantwortlich wurde). Die Kl 25 wurde für deutlich stärkere Mooren entwickelt und musste so in ihrer Struktur von der L 20 her verstärkt werden, was zu einer Gewichtszunahme führte. Beschaut man sie sich heute, erscheint sie uns wie ein motorisiertes Segelflugzeug durch ihre große Streckung. Die tragenden Fläche bestanden vorn aus einer sperrholzbeplankten Torsionsnase, der "Rest" war stoffbespannt. Der Rumpf wurde wiederum vollständig mit Sperrholz beplankt.

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Es wurden mehrere Baureihen hergestellt, die Kl 25a, l, b, b VII, d II und D VII R, insgesamt wurden es zwischen 1928 und 1939 30 Varianten ohne die Lizenzkonstruktionen im Ausland. Hier ist die Firma British Klemm zu nennen, die später zur BAC (British Aircraft Co.) wurde und davon abgewandelte Versionen (BK Swallow) und andere Klemmflugzeuge herstellte.  Etwa 600 Exemplare wurden hergestellt, unsere von Josef Kurz in den 70er Jahren als vorbildgetreuer Nachbau auf der Wasserkuppe.

III.

Bereits 1928 wurde aus der Kl 25 die Kl 26 abgeleitet, im Grunde unterschied sie sich      von der Klemm Kl 25 kaum außer durch einen stärkeren Motor Argus As 8 mit70 kW/95 PS oder einer noch stärkeren Version mit 120 PS. Auch einige Sternmotoren kamen zum Einsatz.

klemm1Hier sehen wir die Klemm Kl 26 im Original der Elly Beinhorn Weltumrundungsmaschine  D - 2160, 1932 in Berlin frisch vom Weltflug 

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zurückgekehrt. Und diese Maschine als Modell im Maßstab 1:5 haben wir unter unserer Klemm Kl 25 im Museum  hängen, die Graphik für unser Modell stammt von Hannes Dabrowski.

 

 

 

 

 

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