BFW (Messerschmitt) M 20
(Modell im Maßstab 1:72)

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Die Abbildungen zeigen das Modell im Maßstab 1:72, Layout der damaligen LUFTHANSA - Anstrich von 1928

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Hier treffen wir auf eine sehr interessante und weitreichende Geschichte: Die Konstruktion der M 20, des ersten Metall-Messerschmitt-Flugzeuges aus Augsburg (die ebenfalls  metallene M 18  wurde noch in Bamberg entwickelt vor dem Umzug zu BFW nach Augsburg), machte Willy Messerschmitt. Er war ja  lebenslang ein Verfechter

des extremen Leichtbaues (Einholm-Flügel, Einbein-Einziehfahrwerk usf.) - mit Höhen und Tiefen.

Wir greifen etwas vor: Nach mehreren Abstürzen warf ihm der Chef der damaligen LUFT HANSA, Erhard Milch vor, seine Technik und Verhaltensweise seien mehr als zweifelhaft. Daraus wurde eine Fehde bis weit in den Krieg hinein, als die Me 210   floppte und andere Misshelligkeiten ihr Verhältnis belasteten,  denn Milch war inzwischen zum obersten Auftraggeber der deutschen Luftfahrtindustrie als Häuptling des Reichsluftfahrt-ministeriums geworden (dafür "konnte" Messerschmitt dann besser mit dem "Führer").

Die M 20 war eine typische Messerschmittkonstruktion - wie schon bei den Motorsegler- und Sportflugzeugen, die allerdings noch aus Holz waren: Schulterdecker mit Trapezflügel großer Streckung und kastenförmiger Rumpf. Aus heutiger Sicht war sie eine Dornier Merkur mit Messerschmitt Flügel.

Der Prototyp stürzte nach Leitwerksbruch Anfang 1928 ab, der Pilot starb dabei. Es gingen 4 Exemplare an die DLH (1 über die DVL). 1930 der nächste Unfall mit Todesfolgen in Dresden beim Landanflug bei Schlechtwetter. Im April 1931 dann erneut so etwas - wieder ein Leitwerksbruch. Die DLH stornierte alle Aufträge und zahlte nicht, ein Sargnagel für die BFW.

Allerdings wird es hier etwas mystisch: Trotz Nichtzahlung setzte die DLH dann wieder die M 20 ein, gechartert bei der DVL (Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt), die die restlichen Maschinen übernahm. Wer was wann und warum und an wen bezahlte und BFW trotzdem Pleite ging, übergehen die Historienschreiber.

Danach geschah im Flugbetrieb nicht Auffälliges mehr, eine Maschine ging nach Kolumbien und flog dort lange unfallfrei, Einige taten dann noch via Hansa bei der Luftwaffe bis 1943 Dienst und wurden dann verschrottet. Insgesamt hatte die DFLH 14 Maschinen (!) und 1 ging nach Kolumbien. Ob diese in den Zahlen enthalten ist, wissen wir nicht.

 

Technische Daten:

Spannweite  25,50 m, Länge  14,90 m, Flügelfläche   65 m², Höhe 3,75 m, Leermasse  2600 kg, max. Startmasse  4650 kg,  Antrieb  1 x BMW Flüssigkeitsgekühlter stehender Reihenmotor mit  500 PS = etwa 370 kW. v/max  219 km/h, v/Reise  190 km/h, Gipfelhöhe 5500 m.  Reichweite 880 km. Besatzung  2 +  10 Gäste

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