FVA (Flugtechnische Vereinigung Aachen = Akaflieg)

fva 1Die FVA wurde gleich nach dem 1. Weltkrieg an der RWTH Aachen durch Prof. Kármán und seinem Assistenten  Wolfgang Klemperer gegründet. Sie dient bis heute als Ort angewandter Flugwissenschaft,

Die ersten Erfolge waren Anfang der 20er Jahre die leichten Gleitflugzeuge Schwarzer Teufel und  Blaue Maus, die auf der Rhön den Segelflug mit begründeten, . Die Entwicklungsarbeit schläft dann zunächst dort wieder ein, man beschäftigte sich mehr mit dem praktischen Fliegen.

Der damalige Student Hans Sander, später Cheftestpilot bei Focke-Wulf in Bremen, baute dann zusamm3en mit Karl Dötsch als Diplomarbeit ein Segelflugzeug  Anfang der 30er Jahre, die FVA 9, ein Gleitflugzeug, und nannte es  Blaue Maus 2. Hierbei fanden erstmalig Windkanaluntersuchungen statt. Mangels eines Piloten wurde nicht viel daraus. Es war die Zeit, sich vom lange geübten Hangwind hin zum thermischen Fliegen zu wenden.

Auf diesen Erfahrungen aufbauend, baute Felix Kracht (später Airbus Führungskraft) die F.V.A. 10 A Rheinland, die 1936 die Alpen überquerte. Es ging darum, den Gesamtwiderstand zu senken (geschlossene Hauben, größere Flügelstreckung, Rumpfform-Optimierung) und die Gleitzahlen zu erhöhen.

Die Hauptentwickler waren  Artur Getto und Benno Sann um 1935, während die Weiterentwicklung F.V.A, 10 B Rheinland von Felix Kracht überarbeitet wurde. Ihm zur Seite stand der Unternehmer Schmetz, der eine Nähnadelfabrik im Westen betrieb. Der wurde später in Fliegerkreisen sehr bekannt, als er mit Haase und Kensche die Hochleistungssegler HKS 1-3  entwickelte, mit denen Haase Weltbestleistungen Ende der 50er Jahre erflog.

Die 10 B zeigte allerlei Innovationen: Der Flügel-Rumpfübergang wurde optimiert und hinter dem Cockpit der Rumpf bereits ein wenig eingeschnürt, wie das in extremer Weise heute überall üblich ist, Das wurde im Windkanal überprüft. Außerdem wurde die Strömungsgünstige Vollsichtkanzel eingeführt, so dass der Rumpf im Profil keulenförmig erschien. Die damals beliebte möwenartige Flügel-Formgebung wurde übernommen. Auch ein einziehbares Fahrwerk wurde entwickelt, nachdem eine einziehbare Kufe sich nicht bewährte.

Der (Möwen-) Knickflügel war dreiteilig, sein Mittelstück mwar fest mit dem Rumpf vferbunden und somit widerstandssenkend spaltfrei. Der Flügel war einholmig mit torsionsfester Nase (eingeführt hier in Hannover 1920 beim Vampyr). Alle Steuerungselemente (Stoßstanden) waren kugelgelagert und damit leichtgängig.. Die Flächenbelastung war gut 20 kg/m², die Streckung 21.9. Das waren ausgezeichnete Werte, die erst in den 50er Jahren von der weltberühmten Schleicher Ka 6 überboten wurden. Die Rheinland war ein Spitzenprodukt iher Zeit! Kracht erflog mit ihr 1937 in Österreich Bestleistungen.

Es wurden noch einige Erfolge bei Rhön- und anderen Wettbewerben erzielt. Und es wurde eine Serien-produktion bei der Fa. Schmetz organisiert. Die genaue Zahl an Flugzeugen ist nicht bekannt, es werden um die 29 gewesen sein. Eine flog in GB, eine in der CSSR, mehrere wurden nach dem Krieg in Deutschland von der RAF geflogen. Eine (D-12-354) ist heute im Brookland Air Museum/GB zu sehen.

Technische Daten:

Spannweite     16,00 m, Länge   7,04 m, Flügelfläche   11,70 m²,  Streckung  21,9,  Leermasse (mit Fallschirm) 142 kg, Abflugmasse  240 kg, Zuladung 98 kg,  geringstes Sinken  0,60 m/s,  Gleitzahl 1:28

fva 1

 

KontaktzumMuseum3

Suchen