Heinkel HD 24

Hier ist anzumerken, dass bei Heinkel eine eigene Nomenklatur zur Bezeichnung seiner Maschinen bestand, bis diese 1933 vom RLM (Reichluftfahrtministerium) zentral für alle deutschen neugebauten Maschinen eine zentrale Nomenklatur schuf, an die sich alle zu halten hatten.

Bei Heinkel waren                                  

Eindecker           >>>     HE = Heinkel Eindecker      und     

Doppeldecker    >>>    HD = Heinkel Doppeldecker

Ab 1933 wurde dann  "von oben"  das Kürzel  He für  Heinkel verordnet, was noch oft zu Konfusionen führen sollte. So ist z.B. die He 42 eine Ableitung aus der HD 24.

Die HD 24 wurde 1926 entwickelt, selbstverständlich als "Zivilflugzeug", denn nur solche waren von den Alliierten erlaubt (Ausführungsbestimmungen zum Versailler Vertrag). Aber selbstverständlich sah man als potentielle Kunden Marine-Luftstreitkräfte, und der jährlich ausgetragene deutsche Seeflugwettbewerb war nur eine schlecht getarnte militärische Veranstaltung. Bei diesem ging eine von zwi HD 24 zu bruch, die zweite belegte den 3. Platz.

Heinkel baute für Schweden 2 Mustermaschinen, die dann dort von der Svenska Aero AB (nicht zu verwechseln mit den späteren SAAB-Werken) in Lizenz gebaut wurden. Chef dieser Firma war übrigen Clemens Bücker, der später die Bücker Flugzeugwerke in Rangsdorf bei Berlin aufbaute (in Schweden wurden die Flugzeuge Sk 4 genannt, waren zunächst mit Daimler D IIIA Motoren angetrieben und wurden später auf den britischen Motor Armstrong-Siddelkey Puma mit 184 kW/250 PS ausgerüstet, zwischendurch kam noch der Junkers-Flugmotor L5  mit 206 kW/280 PS - eine Weiterentwicklung des BMW III Motors - zum Einsatz.                                                             

Die Junkers G 23 und G 24 waren die logische Weiterentwicklung der Junkers F 13 mit jeweils 3 Motoren (stärkere Triebwerke zum Einmotorenflug waren laut Versailles zunächst nicht erlaubt).

Als stärkere Motoren später eingesetzt werden konnten, baute man 1928 beide Typen zu einmotorigen Frachtern um. Die nun nicht mehr benötigten Tragflügelmittelstücke, an denen die Motoren gesessen hatten, wurden entfernt, so dass sich die Spannweite etwas verringerte. Als Motor kam der neue BMW V-12 Zylinder BMW VI mit551 kW/750 PS zum Einbau, später wurden auch die neuen Junkers 2-Takt-Flugdiesel Gegenkolbenmotoren Jumo 205 darin erprobt (6-Zylinder flüssigkeitsgekühlt mit 507 kW/690 PS).

Technische Daten:

Spannweite    25,98 m,  Flügelfläche    79,20 m, Länge    15,63 m, Höhe    5,08 m.  Flächenbelastung    61 kg/m². Leistungsbelastung    9,70 kg/kW, Triebwerk    1 x BMW flüsssigkeitsgekühlter stehender V-12 Reihenmotor mit 551 kW/750 PS, v/max (BMW)   185 km/h, mit Jumo 205 190 km/h. 

heinkelHD

Die wohl bekannteste HD 24b flog Günther Plüschow, der frühere "Flieger von Tsingtau" (die ehemalige deutsche Kolonie in China, die im Weltkrieg I von Japanern belagert wurde, und wo Plüschow mit der dortigen "Taube" Aufklärungsflüge machte). Er flog mit dieser HD 24 "Tsingtau" und einem weiteren Forscher von dem aus Büsum mitgenommenen Expeditionskutter "Feuerland" in der Gegend von Kap Hoorn über die Weiten Feuerlands und Patagoniens. 1931 stürzte er dort tödlich ab, Argentinien und Chile errichteten dort gemeinsam eine Gedenkstätte.

Über die Jahreswende bis 29.März 2020 ist im Aeronauticum Nordholz Plüschow und seiner Expedition eine Sonderausstellung gewidmet.

Technische Daten:

Spannweite    14,20 m, Flügelfläche    50,10 m²,  Länge    9,69 m, Höhe    4,15 m, Trieb-werk   1 x  BMW IV wassergekühlter stehender Reihen 6-Zyl. Motor mit 235 kW/320 PS, Besatzung    2,  Leermasse   1500 kg, Startmasse   2150 kg, v/max 168 km/h, Reichweite 600 km entsprechend 4 h Flugdauer, Dienstgipfelhöhe 4500 m.

 

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