Dieses ist ein Flugzeug aus Deutschlands schwerer Zeit: Rohrbach war im Weltkrieg Leiter der (Berlin-) Staaken Abteilung des Zeppelin-Konzerns. Nach dessen Auflösung nach dem vom Deutschen Reich verlorenen Weltkrieg gründete Dr. Ing. Rohrbach 1922 in Berlin die  Rohrbach Metallflugzeug GmbH.

Vorauszuschicken ist, dass Rohrbach noch bei Zeppelin ein viermotoriges Ganzmetallflugzeug, die E 4/20, mit tragender Funktion der Außenhaut entwickelte und 1920 zur Erprobung brachte, das konstruktiv allen anderen Maschinen seiner Zeit weit voraus war. Beweisen konnte er das Konzept aber nicht mehr, denn die Alliierten bestanden via  "Versailler Vertrag" auf Zerstörung - und waren unliebsame Konkurrenten los.

Die nach 1926, dem Jahr endlich geänderter Baubedingungen durch die Sieger,  konzipierte  Rohrbach Ro VIII Roland (I) übernahm dann dieses bereits 1919 projektierte Konzept der (Zeppelin-) Staaken E 4/20: In einem geschlossenen Rumpf mit Fenstern und beinahe quadratischem Querschnitt saßen neben einem Mittelgang 10 Passagiere. Dahinter war ein von innen und außen zugängliches Gepäckabteil, die beiden Flugzeugführer saßen vor dem Passagierraum oben in der Tragfläche im Freien, nur durch kleine Windschutzscheiben vor dem Fahrtwind geschützt. Das war in der Zeit so üblich und gewünscht. Die Roland erflog mehrere Weltrekorde.

 

Das Foto zeigt die Ro VIII Roland I - mit oben offener Kabine. Der Ingenieur Kurt Tank, später schillernder Chef der Focke-Wulf-Werke in Bremen, entwickelte bei Rohrbach eine geschlossene Kabine für die Roland, mit einem Geschwindigkeitsplus von etwa 30 km/h - und für die Piloten fahrtwindfrei.

Aber: Die Firma Rohrbach saß lange auf den vorproduzierten Teilen, weil die DLH sie nicht wollte! Die dann folgende Roland II bekam eine völlig neue Haubenkonstruktion.

 

 

 

 

 

 

  

Unser Modell der Ro VIIIa Roland II ist nicht aus einem vorgefertigten Bausatz sondern "scratch" gebaut, also aus dem Nichts!   

Beide Typen nahmen 10 Passagiere auf. Die offene Version hatte auch eine andere Motorisierung: sie wurde von 3 BMW IV zu je 236 kW/320 PS wassergekühlten 6-Zylinder Reihenmotoren angetrieben, die Ro VIIIa Roland II mit je 3 x BMW Va zu je 280 kW/380 PS. Die DLH flog 9 solcher Roland Verkehrsmaschinen.

Übrigens: Einer der damals prominentesten Fluggäste war ein Politiker aus Österreich, der in München lebte, und den Lufttransport als Wahlkampfhilfe für sich entdeckt hatte. Den ihn damals fliegenden Flugkapitän Baur machte er auf dem Höhepunkt seiner Karriere zum Chef der Regierungsflieger des sich dann nennenden "3.Reiches". Sein Name: Sie haben es geahnt: Adolf Hitler, der sich inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft "besorgt" hatte.

1928 wurde ein Roland provisorisch zu einem Nachtbomber umgebaut und in der Sowjet-Union in Lipezk bei der "schwarzen Reichswehr" erprobt.

 

Technische Daten:

Länge 16,40 m, Spannweite 26,30 m, Höhe 4,50 m, Tragfläche 89,00 m², Leergewicht 4450 kg, Zuladung 3150 kg, Kraftstoff 1560 l, Schmierstoff 60 l. Flugdauer 8 h, Reichweite 925 km, Dienstgipfelhöhe 4600 m, Reisegeschwindigkeit 200 km/h, Höchstgeschwindigkeit 225 km/h, Landegeschwindigkeit 105 km/h.