Edmund Schneider Grunau (ESG) Baby 2b (Vitrine 21)

In Grunau fertigte Edmund Schneider Segelflugzeuge. Er baute z.B. für Wolf Hirth die Grunau 7, das Moazagotl, ein damaliger Hochleistungssegler mit einer Gleitzahl von 1:23 und der der sich dann verbreitenden Schneider Grunau Baby II B 2  s Form des Möwen-Knickflügels.

Hirth hielt sich häufig in Grunau auf und leitete die dortige Flugschule (eine , aber immer auch noch auf der Wasserkuppe. Das ist deswegen wichtig, weil Hirth diese Gegend für den Segelflug mit erschloss, so dass Grunau weltberühmt wurde und die Polen nach 1945 sehr pfleglich damit umgingen. Die Schneiderschen Werkstätten sind als Museum erhalten, der Platz ist aktiv und diente mehrfach Baby-Treffen.

ESG baute auch den berühmten „Schädelspalter“, die Grunau 9, einem Vorgänger des SG 38, der auch von Schneider und Co. stammte, Eine weitere Baureihe waren die ESG 31 Übungseinsitzer., aus denen das Baby 1 entwickelt wurde. Das wies bereits gute Flugeigenschaften auf, wurde aber noch weiter verbessert.

Das wurde dann das Baby 1 , zunächst ganz offen,. Aus – wie wir heute sagen würden – Marketing-Gründen bat Schneider Hirth, ihn als Mitkonstrukteur nennen zu dürfen, was der bereitwillig gestattete, obwohl er keinerlei Anteil daran hatte, Dafür entwickelte er dann später mit seinem Freund Martin Schempp in Göppingen die Gö 1 Wolf als direkte Konkurrenz zum Baby, was dem Erfolg des Baby´s aber keinerlei Schaden zufügte,

Schneider Grunau Baby II B 2  v Dieser Erfolg des Baby 2A übertraf alle Erwartungen: Es erschien zur rechten Zeit und war preiswert, einfach zu fliegen – und die Bedingungen für das Leistungsabzeichen Silber-C waren damit zu erbringen. Es kamen Rekorde und Wettbewerbssiege. Man baute es später dann mit offener, aber auch geschlossener Haube. 1933 baute Schneider jeden 3. Tag ein Baby. 33 Flugzeuge flogen 1933 bei dem Rhön-Wettbewerb schon mit.

Das hier beschriebene Baby 2 B bekam abermals Modifikationen- es wurden Sturzflugbremsen (Ober- und Unterseite gleichzeitig ausgefahren nach Schempp-Hirth)) eingebaut. Damit konnte absichtlich eine sehr wirksame Gleitwinkelsteuerung betrieben werden.

 

Der Großerfolg kam durch den massenhaften Einsatz in den Segelflugschulen des Luftsportverbandes, des späteren NSFK/Flieger-HJ zustande, aber auch durch Lizenzen im Ausland /Slingsby und EoN/UK), Nord (F) oder Zlin/CS zustande.

Man schätzt, das gute 5 Tausend Flugzeuge so produziert wurden.

Nach der Widerzulassung des Segelfluges in Westdeutschland ab 1951 erlebte auch das Baby eine Wiedergeburt durch industriellen -  und Eigenbau, in Ostdeutschland wurde es  von der GST (quasi- NSFK der DDR geflogen und in einem VEB in Serie gebaut). 

Heute werden sie als Oldtimer gepflegt und geflogen, sogar in Grunau und kürzlich sogar in Rossitten, im russischen Teil des alten Ostpreußens. Wir haben eine österreichische Variante bei uns im Original im Museum.

Technische Daten:

Spannweite  13,57 m, Länge  6,09 m, Höhe 1,35 m, Flügelfläche 13,57 m², Profil Göttingen Gö 535,

Leermasse 170 kg, Abflugmasse 250 kg.

Besatzung 1,  Höchstgeschwindigkeit 150 km/h, Schleppgeschwindigkeit 90 km/h (Flugzeug), 80 km/h (Winde)Gleitwinkel 1:17, geringstes Sinken 0,85 m/s