dfs kranich 2DFS Kranich II Doppelsitzer Segelflugzeug

Der Kranich war der erste in Großserie gebaute Schuldoppelsitzer in Deutschland und verbreitete sich bald weltweit. Er machte damit der weit verbreiteten Einsitzerschulung via Schneider Grunau 9 ("Schädelspalter") oder Schneider SG 38 u.v.a. Konkurrenz. Letzten Endes gewann über die Jahrzehnte die Doppelsitzerschulung die Oberhand.

Konstruiert wurde der Kranich vom berühmten Hans Jacobs, dem Lippisch Schüler aus der Rhön-Rossitten-Gesellschaft der 20er Jahre, die dem dann kommenden NS-Regime nicht genehm war und liquidiert wurde. Aus deren Trümmern bildete dann Prof. Georgii die DFS (Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug), die dann letzten Endes über die DVL dem RLM und nicht der NS-Partei unterstellt war.

1935 kam der Kranich auf den Markt. Über den Typ I ist kaum etwas bekannt geworden. Gebaut wurde das Segelflugzeug mit offener  und mit geschlossener Plexiglas-Haube  bei der Fa. Schweyer in Mannheim, die viele DFS-Typen baute. Nach dem Kriege nach Wiederzulassung des Segelfluges in Westdeutschland 1951 konstruierte Jacobs daraus den KRANICH III, den die wiederauferstandene Firma Focke-Wulf in Bremen baute. Dieser Typ war aber im Grund ein völlig neues Flugzeug und trug nur den berühmten Namen.

Die Flugzeuge gingen an die Reichssegelflugschulen in die vormilitärische Ausbildung des DLV, später NSFK und Flieger-HJ. Auch die Luftwaffe übernahm einige und schulte angehende Flieger damit.

Mit einer Gleitzahl von 23 und einem Sinken von 0,7 m/s gehörte der Kranich II zu den damaligen Leistungssegelflugzeugen, und es wurden Rekorde damit geflogen. Der Vogel war mit 450 kg Startmasse ziemlich schwer, am Boden war er nur mit Kullerchen beweglich. Er brachte die Bodenmannschaften recht häufig ins Schwitzen.dfs kranich 1x

Erich Klöckner erreichte nach langem Schlepp im Oktober 1940 im Wellensegelflug als erster Mensch mit einem Segelflugzeug die Stratosphäre mit 11400 m Höhe. Die FAI erkannte dann lange nach dem Kriege diesen Rekord an. 1950 erst wurde dieser Rekord in den USA überboten.

Die genaue Anzahl hergestellter Kraniche ist nicht bekannt, aber einige haben doch den Krieg überlebt und flogen bei den Siegermächten. Der ein- oder anderen wurden rechtzeitig versteckt und tauchte allmählich nach Wiederzulassung des Segelfluges wieder auf. Während des Krieges baute Schweden ihn in Lizenz, eine gering geänderte Version gab es im Nachkrieg bei der Firma SZD in Polen wie auch bei MRAZ in der CSSR.

In den 50er Jahren wurde er dann von leichteren und leistungsfähigeren Doppelsitzern wie Scheibe Bergfalke II oder Schleicher Ka 2 und Ka 7 übertroffen. Die Doppelsitzerschulung hatte gesiegt, eingeleitet von diesem weltberühmten Flugzeug. Heute fliegen in der BRD und im Ausland noch einige Kranich II und sind bei den Vintage-Oldtimertreffen zu bewundern.

Technische Daten:

Länge 7,75 m, Spannweite 18,00 m, Flügelfläche 22,70 m²

Leermasse 175 kg,  Max. Startmasse 450 bis 465 kg, v/max 175 km/h, v/Schlepp-und Winde 100 km/h,

Gleitzahl 23,6, geringstes Sinken 0,7 m/s.