DFS-Weihe
Zunächst verweisen wir auf die interessante DFS-Jacobs-Vorgeschichte, über die wir beim DFS-Habicht ausführlich berichteten.

Mit der Weihe erreichen wir einen der ersten Höhepunkte in der Leistungssegelfliegerei mit Holzflugzeugen. Die Idee der Entwicklung war, ein leichter her zu stellendes Flugzeug billiger und leistungsfähiger zu machen.

Die Weihe war ein einsitziger Schulterdecker mit großer Streckung. Sie Landete auf einer Kufe, der Start erfolgte mit einem zweirädrigem „Kullerchen“, das beim Start abfiel. Bei der ab 1950 bei Focke-Wulf hergestellten „Weihe 50“ wurde von vornherein ein zentrales Laufrad eingebaut.
dfs weihe

Die Weihe entwickelte sich rasch zu DEM LEISTUNGSSEGLER der Welt. Sogar der verheerende 2.Weltkrieg hielt ihren Erfolg nicht auf: In Deutschland bauten die Firmen Schweyer und später Jacobs-Schweyer etwa 300 Exemplare, es kamen viele Lizenzprodukte in Frankreich, Jugoslawien, Schweden und Spanien dazu.

Mit ihr wurden diverse Weltrekorde im Dauer-, Zielstrecken- und Dreiecksflug geflogen, sowie Höhenrekorde.

Und an den Segelflugweltmeisterschaften 1950 in Schweden – dabei mit B. Nilsson als Weltmeister mit ihr -, 1952 in Spanien und 1954 in England waren viele Weihen beteiligt, gut 10 Jahre nach ihrer Konstruktion (1950 - 15 x Weihe von 29 Teilnehmern, 1952 - 13 x Weihe von 59 und 1954 - 4 x Weihe von 32). Das fand in der damaligen deutschen Presselandschaft selbstverständlich kaum einen Widerhall.

Das ist schon ein unglaublicher Leistungsbeweis für diese Konstruktion, getoppt nur noch von der späteren Schleicher Ka 6 und den polnischen Foka oder Zephyr.

1950 wurde bei Focke Wulf in Bremen mit Hans Jacobs eine Neuauflage der DFS-Weihe geplant – die Wiederzulassung des Segelfluges in Westdeutschland zeigte sich leise an. Der Rumpf wurde geringfügig verkürzt, das zentrale Rumpfrad kam, eine Plexi-Vollsichthaube wurde strömungsgünstiger. Der Erstflug von wurde niemand geringerer als Hanna Reitsch ausgeführt am 08.03.1952 in Bremen.

Die Produktion gegenüber früher wurde vereinfacht. Es wurden (nur!) 8 Exemplare bei FW gebaut, aber eine Lizenz zum Nachbau durch Private wurde vergeben, allerdings musste der Flügelholm bei FW bezogen werden. Über die Zahl an Lizenzbauten ist nichts zu erfahren. Heute gibt es noch 8 solcher Veteranen, davon 4 flugfähig.

Technische Daten (1938 – 1945):
Spannweite 18,00 m, Flügelfläche 18,20 m², Länge 8,13 m, Höhe 1,50 m, Flügelstreckung 17,8, Leermasse 195 kg, Höchstabfluggewicht 355 kg, v/max 210 km/h, geringstes Sinken 0,6 m/s bei 60 km/h, Gleitzahl 30 bei 70 km/h