Die Douglas DC-3/C-47 Skytrain/Dakota 
(auch als PDF verfügbar)

bei den Deutschen

Die  DC-3, geboren  1936 aus der DC-2 von 1932 (DC = Douglas Commercial), wurde zum erfolgreichsten Transportflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt. Sie war die erste Maschine, die tatsächlich in der Luftfahrt "richtiges Geld" (ergo ohne Subventionen!) verdiente. Vom Vorgänger DC-2 kaufte die Lufthansa in den 30er Jahren einige Exemplare zur Erprobung. In Erwartung der noch leistungs-fähigeren DC-3 (1936) wurde hier bei Focke-Wulf die Fw 200 Condor entwickelt die allerdings mangelnder Leistungsstarker deutscher Motoren viermotorig ausgelegt wurde. Aber die Kriegsvorbereitungen verschlangen zuviel Material, und so konnten von der Condor  nur Wenige gebaut werden.

Die ersten DC-3 wurden mit dem 9-Zyl. luftgekühlten Curtiss-Wright Sternmotor R-1820 Cyclone mit um die 735 kW/1000 PS ausgerüstet, die ein etwas anderes Erscheinungsbild abgaben als die späteren Serien mit dem 14-Zyl.luftgekühltem Doppelsternmotor Pratt & Whitney R-1830 Twin Wasp  mit 830 kW/1200 PS.

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Douglas DC-3 mit CW-R-1820 Cyclone Motoren. 

1939 nach der  Besetzung der Tschechei vercharterten  die Tschechen der DLH diverse DC-2 und DC-3. Als Norwegen und Holland erobert waren, gelangten zusätzlich noch DC-3 zur Lufthansa und Luftwaffe. Die damalige Lufthansa war Anfang der 40er Jahre eine Weile der größte Betreiber einer zivilen DC-3 Flotte außerhalb der USA. Das wurde jedoch im 3. Reich aus Propaganda-Gründen nie öffentlich gemacht.

In der Luftwaffe flogen nur wenige Exem-plare, über die kaum etwas bekannt geworden ist, außer unserem hier gezeig-ten Modell von 1944, das vor dem Krieg für die niederländische KLM flog. Diese DC-3  wurden von 9-Zyl. luftgekühlten Sternmotoren Wright Cyclone Motoren mit  652 kW/887 PS angetrieben. Deren   Motoren  hatten  andere Verkleidungen als Spätere und bauten kürzer.              


C-47 mit P&W R-1830-Motoren

 

DC-2 und C-3  der CSA 1938 in Prag - für die DLH  ohne die damaligen Hoheitszeichen         

Die DC-3 der Lufthansa D- AAIE 1944 in Barcelona. Das Natur-Aluminium war der "Lufthansa-Tarnfarbe" RLM 02 gewichen, die Motorgondeln blieben schwarz

Nachdem die (West-) Deutschen ab Ende 1955 wieder fliegen durften, beschaffte die "neue" Lufthansa wie auch die "neue" (Bundes-) Luftwaffe aus US-Reserve-Beständen die C-47 Skytrain/Dakota, die Militärausführung der DC-3. Immerhin waren bis kurz nach dem Kriege über 15 000 solcher Maschinen gebaut worden (und selbst heute, 2021, fliegen noch rund 500 solcher Maschinen in aller Welt, sozusagen unkaputtbar). Die C-47 erkennt man schnell am fehlenden Hecksteiß, der wegen der Lastensegler-Kupplungen nicht eingebaut wurde sowie an der linksseitigen Doppeltür am Heck.


Douglas C-47 (DC-3) der DLH um 1958

Douglas C-47 (DC-3) der DLH um 1958

Die Bundes-Luftwaffe flog 20 Exemplare als Transporter oder VIP-Flieger. Sie mussten die Wartezeit bis zur Einführung der bestellten Noratlas überbrücken. Die Lufthansa hatte um die 10 Maschinen, die bis Anfang der 60er Jahre im innerdeutschen Verkehr flogen und später verkauft wurden Bei diesen Maschinen waren die Motoren 14-Zyl. luftgekühlte Doppelsternmotoren von Pratt & Whitney, Twin Wasp mit 880 kW/1200 PS. Sie konnten 28 Passagiere oder gut 3 t Fracht transportieren (in der DDR flog man eine Weiterentwicklung der sowjetischen DC-3 = Lisinow Li-2, das war die Iljuschin Il-14, die in Dresden in Lizenz gebaut wurde).

C-47 der Bundeswehr LTG´s im DMM/Oberschleißheim
im Profil gut zu sehen die Frachttür unten eine Maschine der Regierungsstaffel

 

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Iljuschin

Eine Iljuschin IL-14 der DDR-Lufthansa

C 47 Berlin C 47 Berlin   2
Die Berliner C-47 Maschine vor ihrem Flugunfall - damals  noch in Tempelhof

Nachzutragen ist noch, dass die Hauptlast der anfänglichen Berliner Luftbrücke 1948 von der C-47/Skytrain der Amerikaner und C-47/ Dakota  der Briten getragen wurde, bis die größere Douglas DC-4/C-54 Skymaster das übernahm; beide nannte man die   Rosinenbomber .

Doch damit ist die Geschichte der Douglas DC-3/C-47 Dakota unter deutschem Management immer noch nicht zu Ende: Die US-Firma Basler in Oshkosh/Wisc. macht aus alten DC-3/C-47 Neue: Der Rumpf wird zerschnitten, zwei neue Spanten werden eingefügt und 2 leistungsstarke Propellerturbinen ersetzen die Kolbenmotoren (2 x P&W Canada PT6A je 955 kW/1281 PS). Diese PTL sind erheblich leichter, und so wurden sie aus Schwerpunktgründen weiter vorn eingebaut, der Rumpf wird so um 1 m länger.

Und zwei dieser so umgebauten Dakotas ersetzten die beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven (AWI- die Meeres- und Polarforscher) die bis dahin gebräuchlichen Dornier Do 228. Sie sind für die Fliegerei in Arktis und Antarktis aufgrund ihrer "alten" Konfiguration besser geeignet. Es sind die Polar 5 & 6.

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Die Basler BT-67 Dakota beim AWI in Bremerhaven (EDWB). Augrund einer fehlenden deutschen Musterzulassung  fliegen sie mit kanadischer Registrierung. Deutlich ist der um 2 Spanten verlängerte Rumpf zu sehen und die weiter vorn eingebauten PTL

 

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Bemerkungen: Präzise Daten zur Leistung mit Wright-Cyclone ließen sich nicht ermitteln. Es muss darauf hingewiesen werden, dass bei den gut 15000 produzierten Maschinen diverse Untertypen mit verschiedenen Leistungsstärken der benutzten Motoren deutliche Differenzen der Leistungswerte auftreten können.

 

Die Modelle der DC-3 / C-47 im M 1:72 

Der Grundbausatz ist die C-47 von Italieri, einem Grundbausatz, der vor Jahrzehnten auf den Mark kam. Er bildet die Grundlage der 5 verschiedenen Modelle: 2 x DC-3 der "alten" Lufthansa und Luftwaffe von 1944 mit den Wright Cyclone-Motoren und 2 x Bundeswehrmaschinen der LTG´s und der Regierungsstaffel mit den P&W Double-Wasp-Motoren..

Zum Schluss und zum Vergleich mit der DC.3 DLH von 1944 eine C-47 der "neuen" LUFTHANSA von etwa 1958. Wir möchten hier darauf hinweisen, dass diese vorgestellten Maschinen alle in den Vitrinen der Militärtransporter auf der Empore zu sehen sein werden, die von der Ju 52 über die Me 321 & 323 bis hin zum A 400 M zeigen, was in der deutschen Transportfliegerei von Beginn bis zur Gegenwart alles so flog. Weitere solcher Modelle finden wir in den Bundeswehr- und Lufthansa-Vitrinen.

Die Umbausätze für die DC-3 für Lufthansa und Luftwaffe/1944 stammen vom Modellbaustudio Rhein-Ruhr, ebenso die Decals für die für alle Maschinen.

Der Bau bietet keine besonderen Schwierigkeiten, allerdings sind erheblich Spachtel- und Schleifarbeiten von Nöten, hier insbesondere beim Einpassen der Cockpitverglasungen. Bei der DC-3 der Lufthansa von 1944 wurden Räder einer Junkers Ju 88 eingesetzt - wie beim Original,  tionen gegriffen werden musste.

So ist es uns gelungen, ein kaum bekanntes Kapitel deutscher Luftfahrtgeschichte am Modell darzustellen.

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DC-3 der Luftwaffe 1944

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Die Unterseite der Lufthansa DC-3 von 1944

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Alle 5 DC-3/C-47 beisammen

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Alle 5 DC-3/C-47 beisammen

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Die C-47 der "neuen" Lufthansa um 1958

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"alte" und "neue" Lufthansa - 1944 und 1955

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Luftwaffe 1944 und Bundesluftwaffe 1958