Boeing 707-400 Lufthansa

(Heller-Modell in 1:72 mit RR-Conway Triebwerken modifiziert)

Vorweg:

Hier müssen wir dieses Mal wieder ein wenig ausholen, weil die Vorgeschichte zu diesem Modell doch sehr spannend ist:  Wir waren im Museum seit Jahren am sinnieren, wie wir für unsere Triebwerksabteilung an ein Rollce-Royce Conway – Triebwerk bekommen könnten. Wir wussten, dass in Berlin Tegel eine Boeing 707-400 mit diesen Motoren stand und vor sich hin gammelte. Es gab Gerüchte, dass das DTMB sie nicht brauchen könne und sie irgendwann verschrottet werden sollte – das war der Stand 1919.

Eine baugleiche Maschine stand in HH-Fuhlsbüttel, und auch die, so vernahmen wir, sollte dort weg. Es wurde mit den Flughäfen versucht zu verhandeln. Es war wie bei Behörden – keiner wusste Genaues, niemand fühlte sich zuständig. Dann zu Beginn 2020 kam Tegel „in die Gänge“ und wir sollten uns an die Verschrottungsfirma wenden. Gleiches Spiel wie vorher, dito in Fuhlsbüttel. Also wussten wir zu Beginn 2021 noch keinerlei Preise und welche Arbeiten auf uns zu kommen könnten. Doch dann kam der Zufall zu Hilfe:

Im April ´21 hörten wir über den „Obergefreiten-Dienstweg“, dass die Lufthansa-Technik ihre wunderbaren Museums-Triebwerke und sonstiges technisches  Material, das nicht zur augenblicklichen Gewinnmaximierung taugte, verschrotten wollte (neue frisch von der Uni kommende VoWi-Kaufleute sollen das Regiment dort übernommen haben).  Am nächsten Morgen war einer mit dieser Firma gut bekannter unserer Leute in Fuhlsbüttel und verhandelte erfolgreich: Wir bekamen 2 Turbinen, eine PTL und eine APU neben vielen Kisten mit wertvoller Technik. Und wir fanden uns freundlich gesonnene Logistikunternehmen, die uns zu er-schwinglichen Kosten die „hardware“ schnell ins Museum brachten. Wow, was für ein Glück! Nochmals herzlichen Dank an alle Beteiligten !!!

Das von uns so sehr herbeigesehnte Conway war dabei und konnte mit unserer manpower ausstellungsfertig hergerichtet werden:

707 001 707 001 

Links das bereits geputzte LH-Technik-Conway, rechts das für unsere Ausstellung fertige LumuLaa-Conway am endgültigen Standort in der Halle 2

Und dieser unverhoffte Glücksfall führte zu dieser Überlegung:

Wie wäre es, wenn wir zum besseren Verständnis für unser Publikum ein Modell einer Lufthansa - Boeing 707-400 mit RR-Conway Triebwerken in einer Vitrine an oder bei diesem Motor zeigen würden?

Kurzes Telefonat mit Herrn Schorsch aus Essen, Modellbaustudio Rhein-Ruhr, wie wir das bewerkstelligen könnten. Und wieder war der glücklich Zufall dabei – er hatte noch den alten Heller-Bausatz im Maßstab 1:72 und als Zusatz einen Satz dazu passende Conway-TL aus Resin – und für alles die passenden Abzieh-bilder. Dazu kam, dass im Depot noch eine große Plexiglas-Haube auf einen neuen Einsatz wartete, ebenso wie ein Tisch, dem nur passende Beine verpasst werden mussten. Und dann kam jemand auf die Idee,  den Beginn einer Runway mit umgebenden Wiesen auf diesem Tisch zu platzieren. Und als „obenauf-Schmankerl“ gelang es noch, einen (fast) passenden VW-Bulli (M 1:87) mit Lufthansa- Bemalung aus den 60er Jahren dafür aufzutreiben.

Das Modell, sein Bau und die Vitrine

Es ist das von Heller (Frankreich) bereits lange gebaute Modell im Maßstab 1:72 mit den P&W JT3C-Turbinen, die für die geplante 707-400 anstelle dieser mit 4 RR-Conway angebaut werden müssen.

707 001

707 001

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Dazu kommt ein Satz von 4 (+ 1 in Reserve) Conway`s von Hahen (s. oben) und ein Satz Decals der DLH-707(s. rechts).

Der Zusammenbau ist normal, weil ziemlich passgenaue Teile da sind. Schleifarbeiten halten sich in der Norm. Die Grundierung (grau) und das Oberteil des Rumpfes (in weiß) wurden vor dem Zusammenbau ge-spritzt, um den Einbau der Fenster nicht zu erschweren. Nach dem Zusammenbau der Tragflächen wurde alles zusammengefügt und das Bleigewicht für die Schwerpunktlage vor dem Fahrwerk zu bestimmen – und wurde

 

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Links die provisorisch zusammengefügte Rumpf-Tragflächen - Kombination im Vergleich zu einer DC-3 im selben Maßstab. Oben fast rohbaufertig ohne TL und ohne Leitwerk

Dann kamen Leitwerk und dann die Resin-gefertigten Conway Modelle. Letztere bedurften besonderer Sorgfalt wegen z.T. recht dünner Wandstärken im Auslass-bereich. Die Decals hier sind – wie später auch die der 707 – von bester Qualität, machen aber bei großen sphärischen Rundungen im Bugbereicht leicht etwas Kummer. Der Anbau mit Sekundenkleber-Gel war problemlos, es fielen noch einige Spachtel- und Schleifarbeiten an. Dann war es endlich geschafft: So sah die Maschine in der Werkstatt im Elbe-Weser-Dreieck aus:

Inzwischen war die Crew in Laatzen fleißig gewesen und hatte die Vitrine herge-richtet. Es passte alles zusammen, und die 707 fand ihren Platz dann unter dem Heck des Conway TL.

Diese Version der revolutionären Boeing 707 wurde von 4 x RR Conway angetrieben, die erheblich leistungsfähiger als die US-Turbinen JT3C von Pratt&Whitney der Original - 707 waren.

Diese Maschinen kamen von 1959 an in den Verkehr und konnten jetzt in nur 9 Stunden 160 Leute über den Atlantik bringen, gut doppelt so Viele und in der halben Zeit wie vorher die Kolbenmotor Airliner wie z.B. die Lockheed Super Constellation oder Douglas DC-7. Sie flogen bei der Lufthansa, Air India, bei der BOAC und anderen.

 

Technische Daten

Spannweite          43,40 m            Länge                  46,60 m

Flügelfläche       226,30 m²          Höhe                    12,70 m

Reichweite          8700 km            v/max                 885 km/h

Besatzung          3 oder 4             Passagiere           bis 160

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