Unter fremden Flaggen

Flagge 1 

Die legendäre Fw 200 Condor fliegt als Beuteflugzeug nach 1945 in der Sowjetunion.

Vom Original zum Modell

Ein eigenständiger Teil der Sammlungen des Luftfahrtmuseums Hannover-Laatzen sind die über 1000 Maßstabsmodelle, vornehmlich der internationalen Standards 1/72 und 1/48.

Solche originalgetreuen Miniaturen ermöglichen Betrachtern musealer Technikgeschichte den „Überblick“, nicht allein auf das einzelne Exponat (mitunter sogar als einzige Möglichkeit der dreidimensionalen Schau, wenn es kein erhaltenes Original mehr gibt), sondern auch auf Entwicklungslinien des Flugzeugbaus durch hier mögliche Reihung und Gegenüberstellung; manchmal schließen sie sogar Lücken in der Präsentation der Originale. Ihre kunsthandwerkliche Qualität allein ist ein Schauvergnügen.

Heute stellen wir in dieser Reihe nicht ein Modell, sondern einen ganzen Schaukasten vor. Darin: Beispiele von Nach- und Weiterbau sowie Einsatz deutscher Konstruktionen auf der Welt nach 1945.

Flagge 1 

Vom „Storch“ zur „Grille“. Das erste STOL-Flugzeug der Welt, die Fieseler Fi 156 Storch, wird in Frankreich zur MS 505 Criquet mit Sternmotor – hier mit beigeklappten Flächen. Darüber das weltweit nachgebaute und geflogene Schul- und Sportflugzeug Klemm Kl 35.

 

Die Vitrine: Variationen im Maßstab 1/72

Eine bunte Versammlung von Typen und Nationalitätskennzeichen findet sich In der Vitrine Nr. 88 der Halle 2.  Schul- und Verbindungsflugzeuge neben Bombern, Verkehrs- und Schwimmerflugzeugen, Jägern. Vom Sperrholzveteranen bis zum Düsenjäger. Allesamt konstruiert in Deutschland und geflogen, als dies für Deutsche verboten war…  

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Deutsche Komponenten, zusammengefügt in der Tschechoslowakei, stellen das erste Kampfflugzeug des jungen Staates Israel – die Avia S.199

 

Historischer Abriss (sic!) oder: Unter fremden Flaggen…

1945, der zweite Weltkrieg ist zu Ende, Deutschland besetzt. Die Siegermächte requirieren, beschlagnahmen, packen ein und nehmen mit, kurz: stehlen Patente, Baupläne, Geräte und Maschinen – wie Sieger es eben tun, auch Deutschland in den Jahren zuvor. Jetzt ist allen Deutschen der Flugzeugbau, das Fliegen, schon der Besitz eines Flugzeugbauteils bei strengsten Strafen verboten.

Doch rund um den Globus werden weiterhin deutsche Konstruktionen geflogen, genutzt, mindestens erprobt, vielfach auch weitergebaut. Denn neben dem rechtmäßigen Erwerb und Lizenzbau deutscher Typen im Ausland bis 1945 (Beispiel in der Vitrine: das Sport- und Schulflugzeug Klemm Kl 35) gibt es nun Beuteflugzeuge in großen Mengen (Beispiele: das Schwimmerflugzeug Arado Ar 196, das Verkehrsflugzeug Focke Wulf Fw 200 Condor). Und dann ist da ja auch die bis Kriegsende laufende Fertigung deutscher Flugzeugmuster in den von Deutschland besetzten oder abhängigen Staaten, welche nun die Produktion unter neuem Namen und auf eigene Rechnung wiederaufnehmen (Beispiele: Schulflugzeug Arado Ar 96B als Avia L-2 und Verbindungsflugzeug Siebel Si 204 D als Aero C-103). Und nicht selten Typen fortentwickeln oder variieren (Fieseler Fi 156 zur Morane Saulnier MS 505).

Besonders die hochentwickelten Luftfahrtindustrien in Frankreich und der Tschechoslowakei, zwangsweise eingebunden in die deutsche Rüstung, bauen nun bewährte Muster für Eigenbedarf und Export um (Me 109 G-14 mit Jumo 211 als Avia S.199 für Israel).

Und auch viele Neukonstruktionen von Flugzeugen in Frankreich, den USA, der Sowjetunion, auch in Großbritannien weisen in der Folge bis weit in die 1950er Jahre einen deutlichen Einfluss der bis 1945 international führenden deutschen Luftfahrtindustrie auf – und profitieren unmittelbar von deren Grundlagenforschung über Konstruktionen bis zur Dokumentation von Erprobung und Einsatz. Eine wesentliche Rolle spielt hier die Anwerbung (im Falle der Sowjetunion sogar Verschleppung) von deutschem Fachpersonal.

Nicht wenige Beuteflugzeuge werden eine Zeitlang von den Besatzungsmächten in ihr Inventar übernommen und fliegen über Deutschland; ein Beispiel ist die Ju 52, welche von England und Frankreich zivil und militärisch eingesetzt wird. In der benachbarten Vitrine zur Berliner Luftbrücke steht so eine ´Tante Ju´ mit französischen Kokarden auf dem großen Flugplatzdiorama.

Und die Moral von der Geschichte? Ein gutes Flugzeug kann man immer gebrauchen. Oder: Physik scheint doch beständiger als Politik…                                            sb

Flagge 3

Noch ein Klassiker unter fremder Flagge. Die Ju 52 hier als französischer Blockadebrecher bei der Berliner Luftbrücke.    

 

           

Konnten wir Sie neugierig machen, mehr zu entdecken? Dann würden wir uns über Ihren Besuch in der Ulmer Straße gegenüber dem hannoverschen Messegelände freuen.

 

Steffen Bartels, Hildesheimer Str. 400, 30880 Laatzen OT Rethen                                           März 2021

Beitrag zur Website „Modell des Monats“ im Luftfahrtmuseum Hannover-Laatzen

Einladung zur Jagd

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Vom Original zum Modell

Ein eigenständiger Teil der Sammlungen des Luftfahrtmuseums Hannover-Laatzen sind die über 600 Maßstabsmodelle, vornehmlich der internationalen Standards 1/72 und 1/48.

Solche originalgetreuen Miniaturen ermöglichen Betrachtern musealer Technikgeschichte den „Überblick“, nicht allein auf das einzelne Exponat (mitunter sogar als einzige Möglichkeit der dreidimensionalen Schau, wenn es kein erhaltenes Original mehr gibt), sondern auch auf Entwicklungslinien des Flugzeugbaus durch hier mögliche Reihung und Gegenüberstellung; manchmal schließen sie sogar Lücken in der Präsentation der Originale. Ihre kunsthandwerkliche Qualität allein ist ein Schauvergnügen.

Heute stellen wir Ihnen als „Modell des Monats“ das erste Jagdflugzeug der Welt vor: die Fokker E.III. Als originalgetreuer Nachbau in Halle 1 des Luftfahrtmuseums zu besichtigen, findet sich dieser Typ auch als Großmodell unter der Decke und mehrfach im Maßstab 1/72 in den flankierenden Vitrinen.

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Das Modell:                            Fokker E.III (Revell, 1/72)

Solange ich Modelle baue, und das sind nun rund 50 Jahre, gibt es diesen Bausatz mit 26 Teilen von Revell. Firmenlogos und Verpackungen wechselten, immer wieder einmal gab es ein neues Deckelbild und einen neuen Satz an Schiebebildern, doch im Guss blieb der Kit unverändert; wie sein Original ein wahrer Klassiker…

Vorbild unseres aus diesem Bausatz entstandenen Modells ist der 1:1-Nachbau der Fokker ohne Tarn- oder Schmuckfarben, wie er im Museum steht. Auf die Pilotenfigur wurde verzichtet, das Cockpit mit einem Steuerknüppel u.a. ergänzt, und statt des seit je empfohlenen Nähgarns wurde das Modell mit über einer Kerze gezogenem Plastikgrat verspannt. Das Erscheinungsbild der Maschine entspricht dem Zustand bei Auslieferung an die Fliegertruppe.

Und immer noch, wenngleich es inzwischen weitaus detailliertere Bausätze des Typs gibt, kann man diesen Kit, wenn sorgfältig gebaut, in jede Sammlung stellen…

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Das Original:                          Die Erfindung des Jagdflugzeuges

1915, der Weltkrieg ist bald ein Jahr alt. Flugzeuge werden als Aufklärer und Artilleriebeobachter eingesetzt. Und man denkt darüber nach, Bomben damit abzuwerfen. Sich dieser drei Gefahren zu erwehren, braucht es ein Flugzeug, welches den Gegner suchen, jagen und abschießen oder zumindest abdrängen kann. Alle Kriegsparteien arbeiten an dieser Aufgabe. Engländer, Italiener und Franzosen experimentieren aussichtsreich.

Doch der vom Niederländer Anthony Fokker in Schwerin gegründete ´Fokker Aeroplanbau´ findet als erster die Lösung: Dessen Konstrukteure stellen mit der aus ihrem unbewaffneten Mehrzweckflugzeug M.5k entwickelten Fokker E.I das erste praktikable Jagdflugzeug vor. Dieser einsitzige Eindecker ist mit einem starr auf dem Rumpfbug montierten Maschinengewehr ausgerüstet, welches auf der Sichtachse und mit Zugriff des Piloten mittels eines Unterbrechermechanismus´ durch den Propellerkreis feuert, ohne die Blätter zu beschädigen. Diese Erfindung macht es möglich, offensiv zu agieren und andere Flugzeuge gezielt und kontrolliert anzugreifen. Über die E.II geht die Entwicklung binnen Monaten zur meistgebauten und eingesetzten Version E.III, angetrieben von einem Oberursel U.I Umlaufmotor, dem Nachbau eines französischen Aggregats. Insgesamt werden rund 340 Fokker Eindeckerjäger hergestellt – damals ein Großserienbau, jedoch nicht viele, wenn man ihre historische Wirkung betrachtet.

Denn dank dieser neuartigen Konstruktion genügen 140 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine mäßige Wendigkeit den deutschen Piloten, um bis ins Jahr 1916 von Engländern und Franzosen als „Fokker-Geißel“ gefürchtet zu werden, nachdem Leutnant Kurt Wintgens am 1. Juli 1915 den ersten Luftsieg auf diesem Typen errungen hat und danach die Verluste der Alliierten sprunghaft ansteigen. Noch bevor beide Seiten in einem Technologieschub mit neuen Konstruktionen an Bombern, Aufklärern und Jägern in einen immer blutigeren Wettstreit am Himmel treten, entwickeln Oswald Boelcke und Max Immelmann auf der E.III die seither gültigen operativen Taktiken des Luftkampfes; eine Strategie des Luftkrieges freilich beginnt sich erst im weiteren Kriegsverlauf abzuzeichnen.                                   

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Konnten wir Sie neugierig machen? Dann würden wir uns über Ihren Besuch in der Ulmer Straße gegenüber dem hannoverschen Messegelände freuen.

sb

Bildunterschriften:

BU 1:    Dieser originalgetreue Nachbau einer Fokker E.III im Luftfahrtmuseum ist das Vorbild unseres Modells.    

BU 2:   Ahnherr aller Jagdflugzeuge - die Fokker E.III. Hier im Maßstab 1/72.

BU 3:   Holz, Leinwand und Metall. Etwas Gummi und viele Meter Spanndraht. Im Modell ist all dies aus Kunststoff.

BU 4:   Die Spannweite von 9,50 m hat sich auf etwas über 13 cm verkleinert.

Heinkel He 51 im spanischen Bürgerkrieg

Die Firma Heinkel wurde Anfang der 20er Jahre in Warnemünde/Rostock gegründet, nachdem Ernst Heinkel zunächst bei Albatros, dann bei Hansa-Brandenburg und schließlich bei Caspar in Travemünde als Konstrukteur wirkte.

Er verstand es gut, in den schwierigen Zeiten Flugzeuge zu bauen und zu verkaufen. Teilweise fand das in Schweden statt, um den Bestimmungen der Versailler Verträge zu umgehen, wie die anderen deutschen Firmen das auch machten, um der Existenznot zu entrinnen.

Noch in Weimarer Zeiten, als über das Reichsverkehrsministerium eine deutsche Luftwaffe heimlich vorbereitet wurde, entwarf Heinkel Jagdflugzeuge, z.B. Die HD (Heinkel HD = Doppeldecker, Heinkel HE = Eindecker) 23,  37 und 43 bis zum unmittelbaren Vorgänger HD 49 (diese Typennomenklatur wurde mit der "Machtüber-nahme" über das RLM geändert, nun hießen alle Heinkel Flugzeuge He).

Die HD 49 war technisch auf der Höhe ihrer Zeit und war 200 km/h schnell. Die daraus folgende He 51 flog im Mai 1933 zu ersten Mal, sie war nach der Arado Ar 65 das erste "richtige" Jagdflugzeug im Dritten Reich. Sie diente zur Grundausstattung der kom-menden Luftwaffe, die es nur heimlich und erst ab 1935 offiziell gab. Die ersten Jagdgeschwader wurden mit ihr ausgerüstet, bis die noch leistungsfähigere Arado Ar 68 kam, ebenfalls noch ein Doppeldecker.

Das Dritte Reich mischte sich zusammen mit dem faschistischen Italien in den ent-stehenden spanischen Bürgerkrieg ein, als der General Franco gegen die gewählte links-sozialistische Regierung putschte, die dann ihrerseits von der Sowjet-Union gesponsort wurde.

Und so kam die He 51 1936 über das deutsche Expeditionskorps Legion Condor zum Einsatz in diesem Krieg. Zunächst als Jagdflugzeug eingesetzt, geriet sie militärtaktisch bald ins Hintertreffen, weil die sowjetischen Jagflugzeuge der Republikaner wie z.B.die Polikarpow I-15 und später I-16 ("Rata", "Mosca"), das  erste verspannungsfreie Ein-decker-Jagdflugzeug mit Einziehfahrwerk) der He 51 deutlich überlegen waren. Diese diente dann nur noch als Erdkampfflugzeug, mit dem neue Taktiken erprobt wurden. Einer ihrer Piloten war der spätere Jagdfliegergeneral Adolf Galland.

Auch die Franco-Spanier wurden mit ihr ausgerüstet, Ende 1936 waren bereits über 50 Maschinen dort im Einsatz. Die Jagdflugzeugrolle übernahmen danach die ersten Proto-typen der Messerschmitt Bf 109 mit großem Erfolg.

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Technische Daten:

Spannweite (oben) 11,00 m -  (unten) 8,60 m, Länge 8,50 m, Höhe 3,30 m, Flügelfläche 27,20 m², Leermasse 1615 kg, Startmasse 1900 kg, Triebwerk: 1 x stehender wasser-gekühlter V-12-Zylinder BMW VI mit 550 kW/750 PS Startleistung, 430kW/585 PS Dauerleistung, Stahlrohrrumpf, Tragwerk: stoffbespannter Holzflügel. Reichweite 730 km/2,3 h. v/max 330 km/h, v/Reise 310 km/h. Dienstgipfelhöhe 7700 m, Bewaffnung 2 x MG 17 / 7,92 mm.

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Heinkel He 51 W (He 51 B 2 U1) s

Junkers F 13

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Vom Original zum Modell

Ein eigenständiger Teil der Sammlungen des Luftfahrtmuseums Hannover-Laatzen sind die über 600 Maßstabsmodelle, vornehmlich der internationalen Standards 1/72 und 1/48.

Solche originalgetreuen Miniaturen ermöglichen Betrachtern musealer Technikgeschichte den „Überblick“, nicht allein auf das einzelne Exponat, sondern auch auf Entwicklungslinien des Flugzeugbaus durch hier mögliche Reihung und Gegenüberstellung; manchmal schließen sie sogar Lücken in der Präsentation der Originale. Ihre kunsthandwerkliche Qualität allein ist ein Schauvergnügen.

In diesem Monat wollen wir uns das erste Verkehrsflugzeug der Welt, die Junkers F 13 anschauen. Sie ist als originalgetreuer Nachbau in der Halle 1 in Szene gesetzt, daneben präsentiert das Museum einige Maßstabsmodelle dieses Typs in seiner Ausstellung.

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Das Modell:                            Junkers F 13 (Revell, 1/72)

Von der Revell GmbH in Westfalen kommt dieser, 2020 neu aufgelegte und so schöne wie anspruchsvolle PVC-Bausatz mit rund 75 Teilen und Schiebebildsatz für zwei Versionen im Maßstab 1/72.

Hier abgebildet ist eine Maschine der Danziger Luftpost im Jahre 1923. Im Museum befinden sich in den Modellvitrinen gegenüber der originalgetreuen Replik einer Junkers F 13 verschiedene Ausführungen des Typs in der Zusammenschau.

Der Freistaat Danzig, von den Siegermächten des ersten Weltkrieges per Dekret geschaffen und aus dem Deutschen Reich gelöst, balancierte politisch wie wirtschaftlich zwischen Polen, dem Völkerbund als „Garantiemacht“ und Deutschland. Die willkürliche und schmerzhafte Trennung bot jedoch auch Chancen – speziell für den im Reich de facto unterbundenen Flugzeugbau samt Export und den Luftverkehr. So entwickelte sich der Danziger Flughafen zum Verkehrsdrehkreuz zwischen Skandinavien, dem Baltikum, Polen und dem Westen – und zum „Verkaufssalon“ deutscher Flugzeugbauer, in erster Linie Junkers. Die verschiedenen Danziger Luftfahrtunternehmen wie der Lloyd Ostflug und die Danziger Luftpost waren mit dem Dessauer Unternehmen eng verbunden.

Das Original:                        Das erste Verkehrsflugzeug der Welt

Prof. Hugo Junkers, Erfinder, Konstrukteur und Unternehmer, ist auch eine der großen Persönlichkeiten der Luftfahrtgeschichte. Inhaber einer Vielzahl von Patenten, baute er 1915 das erste Ganzmetallflugzeug der Welt, 1919 mit der Junkers F 13 das erste Verkehrsflugzeug, welches wegweisend für die gesamte Zivilluftfahrt wurde. Wie viele von Junkers´ Konstruktionen errang der Typ verschiedene Weltrekorde, und war für ein Jahrzehnt das meistgenutzte Passagier- und Postflugzeug weltweit. Und dies trotz massiver Einschränkungen und Behinderungen durch die Vorgaben der Siegermächte des Weltkrieges und ihre ´Alliierte Kontrollkommission´ bei Produktion und Betrieb von Fluggerät in Deutschland. Die konstruktive Idee dieses mit Duraluminium („Wellblech“) beplankten Tiefdeckers führte über die G 23/24 und W 33, und fand in der Ju 52/3m, der weltberühmten ´Tante Ju´, ihren Höhepunkt und Abschluß. Auch diese ist übrigens in Originalteilen und in diversen Modellen im Museum zu erleben.

f13 003Völkerverbindende Hightech …

Die F 13, in verschiedenen Motorisierungen und Versionen insgesamt rund 320mal gebaut, steht jedoch auch für die luftfahrttechnische Erschließung der Erde als „völkerverbindend kulturell-zivilisatorischer Mission“, wie Hugo Junkers formulierte.

Als sie im Juni 1919 erstmals flog, war sie ein Wunderwerk der Technik – mit einer geschlossenen, heizbaren Kabine für vier Passagiere am sichersten Punkt der Maschine: auf der dicken Tragfläche. Durchgehende Fenster an beiden Kabinenseiten ermöglichten hervorragende Sicht, der Ein- und Ausstieg geschah über gesicherte Trittstufen an Rumpf und Tragfläche sowie Türen. Die beiden Piloten saßen zwischen Kabine und Motor in einem nur halb geschlossenen Cockpit mit Doppelsteuer. Das Fahrwerk war gefedert, Tragfläche und Leitwerk waren für eine stabile Fluglage optimiert. Die gesamte Konstruktion gehorchte der Forderung nach höchstmöglicher Sicherheit und Bequemlichkeit sowie Zuverlässigkeit im Betrieb. Und verkörpert dabei eine zeitlose technische Ästhetik.

Erkundungen und Erschließung von Luftverkehrswegen auf fast allen Kontinenten sind mit der F 13 verbunden, sie flog in den Farben der meisten Luftfahrtnationen, bildete eine Zeit lang das Rückgrat des Flugzeugbestandes der Deutschen Luft Hansa.  Und ist als echter Klassiker der Luftfahrtgeschichte natürlich im Luftfahrtmuseum Hannover-Laatzen zu erleben – in Originalgröße und als Modell!

Datenblatt:

Länge, Höhe, Spannweite: 9,60; 4,10; 17,75 m

Gewicht: 1.170 (leer); 2.000 (gesamt) kg

Besatzung + Passagiere: 2 + 4

Motor: 1 BMW IIIa oder Junkers L5 6 Zyl/ Reihe mit rund 250 PS

Geschwindigkeit/ max. Reichweite: 160 km/h/ 950 km

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Konnten wir Sie neugierig machen? Dann würden wir uns über Ihren Besuch in der Ulmer Straße gegenüber dem hannoverschen Messegelände freuen!
sb

 

Bildunterschrift (F13_1): “Die Junkers F 13 schuf im Jahr 1919 die Kategorie Verkehrsflugzeug.“

Bildunterschrift (F13_2): “In den Farben des Freistaates Danzig. Die Junkers F 13 von Revell in 1/72.“

Bildunterschrift (F13_3): “Der werksseitig schwarze Teilanstrich der Maschinen war den stark ölenden Motoren geschuldet.“

Bildunterschrift (F13_4): “Diese Aufnahme der Teilmontage zeigt u.a. die fein strukturierten Oberflächen des Modells.“

Opel-Sander RAK.1

Der deutsche Autobauer Fritz von Opel war an technischen Neuerungen sehr interessiert, So finanzierte er Ende der 20er Jahre mehrere Projekte von Fahr- und Flugzeugen mit Raketenantrieb (ob die Finanzierung dieser Dinge dann zum Verkauf der Firma an den US-Konzern GM führten, oder es "nur" die Weltwirtschaftskrise 1929 war, ist nicht bekannt geworden).

In der Luftfahrt wandte sich v. Opel zunächst an die Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) auf der Wasserkuppe, wo Alexander Lippisch ("der mit der Me 163" und wunderbaren Segelflugzeugen) ein Entenflugzeug (Leitwerk vorn, Fläche hinten) konstruiert hatte, eben die Lippisch Ente.

Opel finanzierte an dieser Maschine Versuche mit Raketentriebwerken als Antrieb 1928.

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Lippisch Ente im Fluge (Zigarettenbilder)

Es gab allerlei unerwartete Schwierigkei-ten, und schließlich brannte die Maschi-ne im Fluge, aber ihr Pilot, Fritz Stamer (Schwager von Lippisch) konnte noch landen, bevor die Maschine vollständig verbrannte (ein wundervolles Replikat befindet sich heute im deutschen Segel-flugmuseum auf der Wasserkuppe.

Opel gab nicht auf und gewann  den Konstrukteur Julius Hatry für das Projekt. Der verkaufte Ihm ein fast fertiges Segelflugzeug, die RAK.1, um damit die Raketenstarts fort zu führen, und bereitete es für Raketenstarts vor. Im Herbst 1929 flog Hatry mit Gummiseilstart und Raketenhilfe 1400 m weit. Die Raketen lieferte der Raketenpionier Wilhelm Sander, daher Opel-Sander. Sie lieferte 350 kg Schub. Hatry wurde als Konstrukteur von v. Opel unterschlagen.

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Opel-Sander RAK.1 beim Start  (Internet)

Am 30. September 1929 startete Fritz von Opel selbst auf dem damaligen Frankfurter Flughafen Rebstock zum dritten Mal vor vielen Zuschauern und Presseleuten, nachdem die ersten beiden Versuche nicht geglückt waren. Er kam etwa 20 m hoch, flog 2 km weit in 80 Sekunden und erreichte eine Geschwindigkeit von etwa 100 km/h. Nach Ausfall der Triebwerke kam es bei der abrupten Landung zu Schäden an der Maschine, sie wurde nicht wieder repariert. Opel blieb gesund.

Es war ein Segelflugzeug in Schulterdecker-Bauweise und hatte ein doppeltes Seitenleitwerk, die an den Außenkanten des Höhenleitwerkes befestigt waren (wie z.B. bei den späteren Dornier Do 17).  Das Leitwerk war mit einer Lattenkonstruktion an der Hinterkante des Tragflügels und unten am Rumpf befestigt, so dass die 16 Startraketen mit ihrem Abgasstrahl keine Angriffsflächen hatten.

Technische Daten: Ließen sich nicht eruieren!

Opel Rak 1  s

Opel Rak 1  v

 

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