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Modell des Monats Mai 2026

             Himmlische Bauhütte:

                       Die Modellwerkstatt im LuMu

Vom Original zum Modell

Ein eigenständiger Teil der Sammlungen des Luftfahrtmuseums Hannover-Laatzen sind die mehr als 1.000 Maßstabsmodelle, vornehmlich der internationalen Standards 1/72, 1/48 und 1/32.

Solche originalgetreuen Miniaturen ermöglichen Betrachtern musealer Technikgeschichte den „Überblick“, nicht allein auf das einzelne Exponat (mitunter sogar als einzige Möglichkeit der realen dreidimensionalen Ansicht, wenn es kein erhaltenes Original mehr gibt), sondern auch auf Entwicklungslinien des Flugzeugbaus durch hier mögliche Reihung und Gegenüberstellung. Ihre kunsthandwerkliche Qualität allein ist ein Schauvergnügen.

Heute stellen wir Ihnen in unserer Rubrik ´Modell des Monats´ statt eines Exponats einmal die „Zentrale“ der Modellsammlungen des Hauses vor – natürlich mit Werkproben…

Handarbeit

In der Halle 2 des Museums ist unsere Modellbauwerkstatt eingerichtet, zugleich Schauobjekt für die Besucher. Dort werden – neben solchen von den Vereinsmitgliedern daheim für die Präsentation gebauten – Miniaturen samt Dioramen erstellt, repariert und gepflegt (& mindestens von Zeit zu Zeit mal abgestaubt…).

Vom Original zum Modell: Die gläserne Modellwerkstatt in Halle 2 des Museums.


Zugleich vermittelt die Ausstattung mit Arbeitsplatz, Werkzeugen, Farben und Bausätzen sowie Modellen in verschiedenen Bauphasen den Besuchern einen Eindruck vom handwerklichen Hintergrund der Miniatursammlungen des Hauses.

Das Verständnis für technische Zusammenhänge und historische Bedingungen der Vorbilder wird beim Modellbau neben der Feinmotorik geschult; Und es ist sicher nicht falsch, in der stetig wachsenden Digitalisierung eine zunehmende Entfremdung besonders junger Menschen von haptischem und handwerklichem Verständnis zu konstatieren.

Blick auf die Werkbank – hier entstehen Modelle und Dioramen zur Ausstellung


Flankierende Modellschau

Schon in der Konzeption zur Ausstellung der Sammlungen des Museumsgründers Günter Leonhardt wurde der Aufbau einer flankierenden Modellschau verankert, und so können wir heute neben den Originalen und originalgetreuen Nachbauten eine auch im internationalen Vergleich in Quantität wie Qualität bemerkenswerte Kollektion zeigen.

Entlang der Wände beider Hallen ziehen sich die chronologisch aufgebauten Modellsammlungen in Ergänzung der gezeigten Originale – mit einzelnen Exponaten wie auch Schaubildern in Vitrinen.


Neben einigen Fertigmodellen, also bereits herstellerseitig montierten vorbild- und maßstabsgetreuen Nachbildungen von Flugzeugen und Geräten, sind die meisten der präsentierten Modellminiaturen von geübten Modellbauern des Museumsvereins aus Plastikbausätzen verschiedener Anbieter erstellt, bemalt und zum Gutteil individualisiert worden. Manche davon wurden in Dioramen gesetzt. Solche szenischen Einbettungen stellen das Modell – oft mit Figuren – in seinem historisch korrekten Rahmen dar.

 

  1. Vom Kit zum Modell am Beispiel einer Republic F-84 G der Firma Heller aus den späten 1970er Jahren und im Maßstab 1/72…
  2. Cockpit und Lufteinlauf zwischen den Rumpfhälften und Tragflächen; Nein, das Zehn-Pfennig-Stück zum Größenvergleich wurde nicht verbaut…
  3. Grundlackiert (das Original blieb größtenteils metallblank).

Doppelte Historie

Dabei ist es dem Museumsteam ein Anliegen, auch Miniaturen aus dem großen Fundus an „historischen“ Bausätzen des LuMu zu erstellen, und so eine doppelte Geschichte zu zeigen – neben der des Originals die des Modells. Oft ist inzwischen die Zeitspanne vom Original zum jeweils ersten Modellbausatz nur halb so lang wie jene von solch einem heute längst nicht mehr im Verkauf befindlichen Kit zu den ungleich detaillierteren Hightech-Bausätzen der Gegenwart… Manchmal allerdings sind mit dem Original auch die Bausätze fast vergessen: schön, wenn man dann im Museumslager fündig wird!

 

 

  1. Die amerikanische F-84 G ´Thunderjet´ war ein Standartkampfflugzeug der jungen NATO, auch der französischen Luftwaffe.
  2. Klare Linien ohne Pfeilung. In der Unteransicht sind die Pylone für Außenlasten nahe am Rumpf bemerkenswert. Die F-84 war der erste Jet, der taktische Nuklearwaffen tragen konnte.
  3. Unsere F-84 noch einmal von schräg vorn – so sah Hochtechnologie um 1950 aus.
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Und mit der wissenschaftlichen Auswertung, z.B. Vermessung unserer Originale durch Bausatzhersteller wie die deutsche Revell GmbH zur Entwicklung neuer Spritzgußformen schließt sich der Kreis: Mitunter sind die Modelle im Luftfahrtmuseum so tatsächlich „unsere“ verkleinerten Originale…

Neugierig auf mehr?

Wir hoffen Sie, liebe Leser, mit diesem Blick in die Werkstatt neben den Miniaturen neugierig auf unsere Originale und originalgetreuen Nachbauten, die Motoren und Turbinensammlung und hunderte von Ausrüstungsgegenständen inklusive Fahrzeugen gemacht zu haben – und freuen uns auf Ihren Besuch in der Ulmer Str. am hannoverschen Messegelände!               

sb


Kontakt zum Autor der Modell-des-Monats-Reihe können Sie hier aufnehmen: Autor-MdM