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Modell des Monats März 2026

Im Luftmeer …

Die Dornier Do 18

Vom Original zum Modell

Ein eigenständiger Teil der Sammlungen des Luftfahrtmuseums Hannover-Laatzen sind die mehr als 1.000 Maßstabsmodelle, vornehmlich der internationalen Standards 1/72, 1/48 und 1/32.

Solche originalgetreuen Miniaturen ermöglichen Betrachtern musealer Technikgeschichte den „Überblick“, nicht allein auf das einzelne Exponat (mitunter sogar als einzige Möglichkeit der realen dreidimensionalen Ansicht, wenn es kein erhaltenes Original mehr gibt), sondern auch auf Entwicklungslinien des Flugzeugbaus durch hier mögliche Reihung und Gegenüberstellung. Ihre kunsthandwerkliche Qualität allein ist ein Schauvergnügen.

Heute stellen wir Ihnen als ´Modell des Monats´ die Dornier Do 18 von 1935 vor. Das elegante zweimotorige Flugboot stand als Nachfolger der weltweit erfolgreichen Do J „Wal“ bis 1945 im zivilen wie militärischen Einsatz.

Die Dornier Do 18 in 1/72. Das Museum präsentiert mehrere Modelle des Flugbootes in seiner Halle 2, hier als Maschine der Deutschen Luft Hansa.

Das Modell

Das Luftfahrtmuseum zeigt den Typ durchgängig im Maßstab 1/72 in verschiedenen Versionen und Verwendungen, auch in Dioramen, in seinen Vitrinen der Halle 2.

Bausätze des Flugzeuges in 1/72 kamen ab 1979 von Matchbox und Revell auf den Markt und ergänzten den Vacu-Kit von Airmodel. Dennoch zählt die Do 18 eher zu den seltenen Typen im internationalen Modellbau-Portfolio. Die Miniaturen im Museum wurden gebaut von Karl Kössler, Cremlingen, Friedrich Moch und Günter Gelbke, Hannover.

Das gesamte Einsatzspektrum der Do 18 wird im Museum dokumentiert: Zwei Prototypen der Seefernaufklärer-Versionen für die deutsche Luftwaffe, armiert mit zwei Waffenständen im Rumpf.

Das Original

Als aerodynamische und werkstoffliche Fortschreibung des weltweit erfolgreichen Flugbootes Dornier J „Wal“ initiativ von der Dornier Metallbauten GmbH in Friedrichshafen am Bodensee ab 1932 entwickelt und sowohl dem Heereswaffenamt als auch der Deutschen Luft Hansa angeboten, hob die Do 18 im Jahr 1935 erstmals vom Wasser ab.

Bei der Entwicklung eines breiten Einsatzspektrums dieses Typs profitierte Dornier wie ein Großteil der deutschen Luftfahrtindustrie von der ab 1933 verfügten wirtschaftlichen Absicherung durch das Reichsluftfahrtministerium.

Unteransicht: Der Bootsrumpf mit Stufe, Kiel und den beiden Wasserrudern.

Innovative Tradition

Die konstruktiven Merkmale der Maschine folgten dem erprobten Muster der Dornier-Flugboote: Eine hoch über schlankem Bootsrumpf montierte, Parasol-Tragfläche mit zwei zentral angeordneten Reihenmotoren in Tandemform, die eine Zug- und eine Druck-Luftschraube antrieben. Dazu seitlich am Rumpf befindliche, patentierte Stummelflossen, die zugleich für zusätzlichen Auftrieb im Flug und Stabilität auf dem Wasser sorgten, als auch Kraftstofftanks beherbergten. Schließlich das hochgezogene, der Wasseroberfläche entfernte Leitwerk, und durch Schotten geteilte Rumpfsektionen, welche vom Bug her Stauraum, Cockpit, Funk-/Navigationsraum, Haupttanks und Frachtabteil beherbergten. Bemerkenswert waren die beiden Junkers 205 C-Sechszylinder-Zweitakt-Dieselmotoren, ein Antrieb, welcher im kommerziellen Bereich erfolgreich einsetzbar war. Dies alles war in fließenden Linien aerodynamisch ansprechend verbaut.

Liniendienst & Weltrekord

Eine Do 18 der Deutschen Luft Hansa vor Katapultstart von einem Mutterschiff. Mit dieser Technik verkürzte die DLH den transatlantischen Post- und Frachtlauf erheblich. Diorama erbaut von Friedrich Moch, Hannover.

Und so ergänzte die Do 18 der Baureihe E ab 1936 den Wal im Transatlantischen Post- und Frachtdienst der Deutschen Luft Hansa und erflog in einer speziell optimierten Version mit vergrößerter Spannweite und Tankvolumen, bemannt von einer Crew aus Luft Hansa und Dornier-Werk, vom 27. bis 29. März 1938 mit einem Nonstop-Flug über 8.392 km in 43 Stunden von der englischen Südküste nach Caravelas in Brasilien einen Langstreckenrekord für Wasserflugzeuge. Wegmarke im Weltluftverkehr, sicherte dieser Erfolg der Do 18 internationales Renommee im zivilen Einsatz – jedoch nur eingeschränkt bei der deutschen Luftwaffe.

Die Dornier Do 18 D bei der Luftwaffe im Tarnanstrich (& Traktorschlepp), aber mit übergroßen Balkenkreuzen versehen, um versehentlichen Beschuss durch eigene Jäger zu vermeiden: es war die Zeit der deutschen Lufthoheit ...

Im Krieg

Denn die betrachtete den Typen nur als Zwischenlösung bis zur Verfügbarkeit der dreimotorigen BV 138 und Do 24 mit deutlich höherer Betriebssicherheit und Leistung. Dennoch kam die Do 18 D und G in den ersten zwei Kriegsjahren als bewaffneter Seefernaufklärer und als Seenotretter insbesondere bei der Luftschlacht um England zum Einsatz. Bis Ende 1941 jedoch war der Typ von den zuvor genannten Mustern im Fronteinsatz abgelöst und Ausbildungseinheiten überstellt. Gegen Kriegsende wurden einige Maschinen jedoch zur U-Boot-Jagd in der Ostsee reaktiviert. Der Dieselkraftstoff für die Junkers-Motoren war im allgemeinen Mangel noch eher verfügbar als Flugbenzin…

Datenblatt Dornier Do 18 E (DLH)

Länge 19,25 m, Spannweite 23,70 m, Leermasse 5.850 kg, Startmasse 10.000 kg, Antrieb 2 x Junkers JuMo 205 C  6-Zylinder-Reihenmotor mit 2 x 600 PS, Dreiblatt-Luftschrauben, Höchstgeschwindigkeit 260 km/h, Reichweite 3.500 km, Besatzung 3 bis 4, gebaute Exemplare aller Baureihen rund 170.

Die Do 18 G mit kraftbetätigtem, geschlossenem Drehturm und 20 mm MK. Der A-Stand im Bug mit 13 mm MG blieb hingegen offen.

Hereinspaziert!

Konnten wir Sie neugierig machen auf unsere Sammlungen mit über 40 Originalen und originalgetreuen Nachbauten von Segel-, Leicht-, Verkehrs- und Militärflugzeugen, noch einmal so vielen Triebwerken und Hunderten von Ausrüstungsgegenständen sowie unserer Modellsammlung? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch in der Ulmer Straße am hannoverschen Messegelände!                                  

sb


Kontakt zum Autor der Modell-des-Monats-Reihe können Sie hier aufnehmen: Autor-MdM